Erinnerungskultur in Freudenstadt
Die Straßennamen in Freudenstadt
|
Alte Quellen behaupten, die erste Generation der Stadtbewohner hätten ihre Stadt noch lange "Friedrichstadt" benannt, obwohl Herzog Friedrich I. von Württemberg ihr bereits zu Beginn der Gründungsphase den Namen „Freudenstadt“ gegeben hatte. Diese Annahme ist zumindest denkbar, da die Namensgebung zunächst vor allem in Planunterlagen der Baumeister sowie in herzoglichen Ausschreibungen und Druckschriften auftauchte und offenbar nicht in einem feierlichen herrschaftlichen Akt – etwa einer offiziellen Verkündung oder Einweihung der Stadt – öffentlich bekannt gemacht wurde.
Ein solcher Vorgang wäre beispielsweise im Jahr 1602 denkbar gewesen, als die Stadt mit der Zuteilung des „Flecken Rodt“ den Status einer Amtsstadt erhielt, oder 1603, als Freudenstadt sein Wappen bekam. Auch bei der Ernennung des ersten Vogts hätte sich eine solche Gelegenheit geboten.
Möglicherweise hängt dies auch damit
zusammen, dass die Erbauung Freudenstadts nie als vollständig abgeschlossen
betrachtet wurde. Die Stadtplanung, die auf Entwürfe des württembergischen
Baumeisters Heinrich Schickhardt zurückgeht, sah einen regelmäßigen
Stadtgrundriss zuerst mit drei und ab 1603 mit fünf Häuserzeilen rund um den
großen Marktplatz vor. Dieses Konzept wurde jedoch nie vollständig umgesetzt;
auch das ursprünglich geplante Schloss wurde nie gebaut.
So könnte sich im alltäglichen Sprachgebrauch zunächst die Vorstellung gehalten
haben: „Wir leben in Friedrichs Stadt“. Nur in gedruckter Form, in
Flugblättern, "Zeitungen" oder Schriften aus der Druckerei von Cellius in
Tübingen (siehe 2_1: Neujahrswünsche an
den Herzog von 1603) erscheint der Name "Frewdenstadt". Allerdings
konnten damals nur wenige Menschen aus der Bevölkerung lesen.
Erst
mit der Benutzung des ersten Siegels (siehe im Beitrag
1_1, Kapitel 5: "Wappen"),
also frühestens ab 1612, kann dann der Stadtname auch
in "amtlichen"
Dokumenten aufgetaucht
sein.
Das Bewusstsein, Bürger einer vom württembergischen Herzog Friedrich gegründeten Stadt zu sein, hat sich bis in die Gegenwart erhalten. Es wird unter anderem durch zahlreiche Straßen- und Ortsnamen gestützt, die auf Herzog Friedrich Bezug nehmen.
Es wird natürlich auch gestärkt durch alle Bennenungen, die mit dem Namen "FRIEDRICH" verknüpft sind. Dazu gehören heute in Freudenstadt (1.) die Friedrichstraße, (2) der Herzog-Friedrich-Turm, (3.) Herzog-Friedrich-Straße und (4.) der Herzog- Friedrich-Weg (der Waldweg in Verlängerung von 3.).
Doch nicht nur der Name des Stadtgründers ist Bestandteil der Erinnerungskultur. Auch weitere württembergische Herzöge und später Könige finden sich in Freudenstädter Straßennamen wieder. So tragen Straßen die Namen von Herzog Christoph in der (5.) Christophstraße und (6. ) Christophstaler Steige.
Weitere Namensgeber sind
Herzog Eberhard III.
für (7.) Herzog-Eberhard-Straße
Bei einigen Namen stellt sich allerdings die Frage, auf welchen der mehreren möglichen Namensträger – etwa bei Eberhard, Eugen oder Wilhelm – sich die jeweilige Benennung konkret bezieht und welche Beziehung diese Persönlichkeiten zur Stadt Freudenstadt hatten.
Zur Beantwortung dieser Fragen habe ich über den Stadtgründer Herzog Friedrich hier schon einiges ausgeführt. Bei anderen Personen ist der Bezug weniger unmittelbar. Deshalb dazu nachfolgende Bemerkungen.
Herzog Ulrich (1487–1550)
Ulrich von Württemberg zählt zu den umstrittensten Personen der württembergischen Landesgeschichte. Während seiner Herrschaft wurde die Reformation im Herzogtum Württemberg eingeführt.
Ulrich wurde 1498 im Alter von elf Jahren Herzog von Württemberg. Aufgrund seiner Minderjährigkeit stand er zunächst unter der Vormundschaft der württembergischen Stände und verschiedener Reichsfürsten. Seine Ehe mit Sabina von Bayern, einer Nichte Kaiser Maximilian I., sollte die politischen Beziehungen zwischen Württemberg und Bayern stärken.
Ulrichs aufwendiger Hofstaat und seine militärischen Unternehmungen führten jedoch zu hohen finanziellen Belastungen. Neue Steuern trafen besonders die unteren Bevölkerungsschichten und trugen zum Aufstand des sogenannten „Armen Konrad“ im Jahr 1514 bei, der schließlich niedergeschlagen wurde.
Sein persönliches Verhalten führte ebenfalls zu politischen Konflikten. Nach der Ermordung des Ritters Hans von Hutten im Jahr 1515 und weiteren Auseinandersetzungen mit dem Adel verschlechterte sich seine Stellung im Reich erheblich. Nachdem Ulrich 1519 die Reichsstadt Reutlingen besetzt hatte, griff der Schwäbische Bund ein und vertrieb ihn aus seinem Herzogtum. Dieses fiel vorübergehend an das Haus Habsburg.
Erst 1534 gelang Ulrich mit Hilfe des Landgrafen Philipp I. von Hessen die
Rückkehr nach Württemberg. In der Folge führte er dort die Reformation ein und
wandelte zahlreiche Klöster in landesherrlichen Besitz um. Damit wurde
Württemberg zu einem der früh protestantisch geprägten Territorien im Heiligen
Römischen Reich.
Ulrich starb 1550 und wurde in der Stiftskirche in Tübingen
beigesetzt. Er war der Vater von Herzog Christoph.
Da Ulrich lange vor der
Gründung Freudenstadts lebte, besteht nur ein indirekter Bezug zu der später
entstandenen Stadt.

Christoph von Württemberg war der Sohn Herzog Ulrichs und regierte das
Herzogtum Württemberg von 1550 bis 1568.
Seine Jugend war von politischen
Unsicherheiten geprägt. Nach der Vertreibung seines Vaters lebte Christoph
zeitweise unter habsburgischer Aufsicht und hielt sich an verschiedenen
europäischen Höfen auf. Erst nach der Rückkehr Ulrichs nach Württemberg konnte
sich seine Stellung im Herzogtum festigen.
Bereits 1542 erhielt Christoph
die Statthalterschaft über die württembergische Grafschaft Mömpelgard
(Montbéliard). Nach dem Tod seines Vaters übernahm er
1550 die Regierung des Herzogtums.
Während
seiner Regierungszeit festigte er die lutherische Reformation und
reorganisierte Verwaltung, Kirchenwesen und Schulwesen durch zahlreiche
Landesordnungen. Auch die Residenzstadt Stuttgart wurde unter ihm weiter
ausgebaut; das Alte Schloss erhielt seine heute noch erkennbare
Renaissancegestalt mit Arkadenhof.
Nach Christophs Tod im Jahr 1568 folgte ihm sein Sohn
Ludwig von Württemberg als Herzog von
Württemberg. Dieser regierte bis 1593 und
hinterließ keine legitimen Erben. Nach seinem Tod fiel die Herrschaft an die
Linie Württemberg-Mömpelgard, aus der schließlich
Herzog Friedrich I. hervorging, der die Stadt Freudenstadt gründete.
Auch Herzog Christoph lebte vor der Gründung Freudenstadts, so dass nur ein
indirekter Bezug (vor allem über "Christophstal") zur Stadt besteht. Seine Regierungszeit prägte jedoch
entscheidend die politische und religiöse Entwicklung Württembergs, aus der
heraus die spätere Stadtgründung möglich wurde.
.jpg)

Er war der Sohn von Herzog Johann Friedrich (1582-1628) und damit der Enkel von Friedrich I., dem Stadtgründer von Freudenstadt.
In den Beiträgen 1_2: "Stadtbefestigung und Tore und 6_3: "Das Duell vor der Frewdenstadt" wurde schon auf ihn und seinen Bezug zu Freudenstadt hingewiesen.
Eberhard III. von Württemberg war von 1628 bis 1674
Herzog von Württemberg. Seine Regierungszeit fiel in eine der
schwierigsten Phasen der württembergischen Geschichte, die stark vom
Dreißigjähriger Krieg geprägt war.
Eberhard wurde 1614 geboren und übernahm
bereits 1628 als Kind die Regierung. Zunächst stand er unter Vormundschaft.
Nach der Niederlage der protestantischen Seite in der Schlacht bei Nördlingen
(1634) musste er mit seiner Familie ins Exil nach Straßburg fliehen, während
Württemberg zeitweise von kaiserlichen Truppen besetzt war.
Erst nach dem
Westfälischen Frieden im Jahr 1648 konnte Eberhard III. in sein Herzogtum
zurückkehren und die Regierung wieder vollständig übernehmen. In den folgenden
Jahren bemühte er sich um den Wiederaufbau des stark zerstörten und
entvölkerten Landes. Dazu gehörten Maßnahmen zur Förderung von Landwirtschaft,
Handwerk und Zuwanderung.
Auch die Stadt Freudenstadt war während des
Krieges schwer betroffen und verlor einen großen Teil ihrer Bevölkerung. Der
Wiederaufbau und die Stabilisierung des Landes fielen daher in die
Regierungszeit von Eberhard III.
Herzog Eberhard starb 1674. Seine Herrschaft
steht vor allem für die schwierige Zeit des Wiederaufbaus Württembergs nach dem
Dreißigjährigen Krieg.
Sein Sohn Wilhelm-Ludwig (1647-1677) folgte ihm für nur drei Jahre als regierender Herzog nach, weil er im Alter von 30 Jahren in Hirsau überraschend starb.
Herzog Alexander (1684 - 1737)
Von
1733 bis 1737 regierte er als elfter Herzog in Württemberg im Geiste des
Absolutismus.
Er trat zunächst in den Militärdienst des Habsburgerreiches ein. Dort machte er
eine erfolgreiche Karriere als Offizier und kämpfte unter anderem in den
Türkenkriegen. Während dieser Zeit trat er vom evangelischen zum katholischen
Glauben über, was später in seinem überwiegend protestantischen Heimatland für
Spannungen sorgte.
Im Jahr 1733 wurde er Herzog von Württemberg, nachdem
sein Cousin Eberhard-Ludwig (1676-1733), gestorben war.
Zu dieser Zeit war er mehr kaiserlicher Österreicher als württembergischer
Schwabe.
Karl Alexander versuchte, die Macht des Herzogs zu stärken und die Finanzen des Landes zu reformieren. Dabei arbeitete er eng mit seinem Finanzberater Joseph Süß Oppenheimer zusammen. Oppenheimer sollte die Staatsfinanzen ordnen und neue Einnahmen schaffen. Diese Maßnahmen führten jedoch zu Konflikten mit den württembergischen Ständen und Teilen der Bevölkerung.
Als Sündenbock wurde 1738 der fürstliche Finanzberater Joseph Süß Oppenheimer, genannt Jud Süß hingerichtet. Eine großangelegte landständische Propagandaaktion schob ihm die Verantwortung für alle ungeliebten Projekte des verstorbenen Herzogs in die Schuhe – nur an den wenigsten war er tatsächlich beteiligt gewesen.
Siehe dazu auch den Beitrag 4_3: "Wenn das
Gold am Galgen hängt..."
Karl Alexander starb 1737 überraschend in
Ludwigsburg. Nach seinem Tod wurde Joseph Süß Oppenheimer verhaftet und später
hingerichtet. Der noch minderjährige Nachfolger Karl Eugen konnte dem nichts
entgegensetzen.
Die kurze Regierungszeit Karl Alexanders bleibt bis heute ein umstrittenes
Kapitel der württembergischen Geschichte.
Karl Alexander war ein
reformorientierter, aber politisch umstrittener Herzog, dessen Politik große
Konflikte im Land auslöste.
Herzog Eugen (1728 - 1793)

Gemeint ist Herzog Carl Eugen (Karl) von Württemberg, der ein
Eugen machte vor allem in der preußischen Armee
Karriere und diente unter König Friedrich II. von Preußen. Während des
Siebenjährigen Krieges zeichnete er sich als General aus und übernahm zeitweise
wichtige militärische Kommandos.
Neben seiner militärischen Laufbahn war er auch in
württembergischen Diensten tätig und übernahm Verwaltungsaufgaben innerhalb des
Herzogtums. Durch seine Stellung im europäischen Militär und seine
Zugehörigkeit zum württembergischen Herrscherhaus gehörte er zu den bekannten
Persönlichkeiten seiner Zeit.
Er wird als äußerst widersprüchliche Person beschrieben, die sich vom zügellosen jungen Mann zum geläuterten älteren Herrscher gewandelt haben soll. Diese Wandlung wurde vor allem (u.a.) dem Einfluss seiner zweiten Frau, Franziska von Hohenheim, zugeschrieben.
König Karl von
Württemberg (1823–1891)

Karl I. von Württemberg war von
1864 bis 1891 König von Württemberg. Er war
der Sohn von Wilhelm I. von Württemberg
(1781-1864, Regierungszeit 1816-1864) und dessen dritter Ehefrau Pauline von
Württemberg.
Karl
bestieg 1864 den Thron und regierte in einer Zeit großer politischer
Veränderungen in Deutschland.
Während des Deutsch-Französischen Krieges von
1870/71 stand Württemberg an der Seite Preußens. Nach dem Sieg über Frankreich
trat das Königreich Württemberg dem neu gegründeten Deutsches Kaiserreich bei.
Trotz der Einbindung in das Reich behielt
Württemberg einige eigene Rechte, etwa im Post- und Eisenbahnwesen sowie im
Militär. Karl förderte außerdem Wissenschaft, Kunst und soziale Einrichtungen
im Land.
Seit Ende der 1870er Jahre kam in der Bevölkerung seiner Hauptstadt immer wieder Unwille wegen seiner ständigen Aufenthalte in Italien und an der französischen Riviera sowie am Bodensee auf. Er übergab seinen Ministern – allen voran Hermann Mittnacht – immer mehr Regierungsverantwortung.
König Karl war zwar mit Königin Olga verheiratet, doch sein Interesse galt zunehmend anderen Männern. Eine seiner Beziehungen mit einem Mann entwickelte sich zu einem internationalen Skandal: 1888 erhob König Karl seinen amerikanischen Liebhaber Charles Woodcock in den Adelsstand und stattete ihn finanziell aus. Diese Adelung empörte den Hof. Außerdem mischte sich der Amerikaner zunehmend in die Landespolitik ein. König Karl wurde daher in Zeitungen im In- und Ausland heftig kritisiert.
Kaiser Wilhelm II. und auch Reichskanzler Bismarck versuchten den Skandal anzuheizen, um Karl zur Abdankung zu bewegen.
Da seine Ehe mit Olga von Württemberg kinderlos blieb, folgte ihm 1891 sein Neffe Wilhelm II. von Württemberg auf dem Thron.
Ein direkter Bezug zu Freudenstadt kann nicht
hergestellt werden.
König Wilhelm II. von Württemberg
(1848–1921)

Wilhelm II. von Württemberg war der letzte König von
Württemberg. Er regierte von 1891 bis 1918.
Wilhelm war ein Neffe von König Karl und galt als
volksnaher und eher zurückhaltender Monarch. Während seiner Regierungszeit
entwickelte sich Württemberg wirtschaftlich und gesellschaftlich weiter zu
einem modernen Industriestaat innerhalb des Deutsches Kaiserreich.
Seine Herrschaft endete im Zuge der politischen
Umwälzungen am Ende des Ersten Weltkriegs. Das Deutsche Reich und mit ihm die
Monarchie waren zusammengebrochen.
Am 9. November 1918 stürmten Revolutionäre das Wilhelmspalais, den Stuttgarter Wohnsitz des Königs, und hissten die rote Fahne. Das Königspaar musste die Stadt verlassen und floh nach Bebenhausen. Während der Novemberrevolution 1918 dankte Wilhelm II. dann als König ab, und aus dem Königreich Württemberg wurde der „Volksstaat Württemberg“.
Wilhelm II. blieb auch danach eine respektierte und hoch geachtete Persönlichkeit im Land.
Von seiner Residenzstadt Stuttgart war er aber zutiefst enttäuscht, so dass er nie mehr dorthin zurückkehren wollte und sich sogar in Ludwigsburg begraben ließ.
Er starb 1921 in Bebenhausen bei Tübingen.
Mit ihm endete die mehr als 800-jährige Herrschaft des Hauses Württemberg über das Land.
Er besuchte Freudenstadt 1899 zu ihrer
300-Jahr-Feier. Siehe dazu den Beitrag
7_1:
Stadtschultheiß Hartranft.
Nicht nur bei der 300-Jahr-Feier der Stadtgründung von Freudenstadt (1899) bewies die Stadt ihre Verbundenheit und Treue zum Hause Württemberg; diese lebt bis heute durch die Namensgebungen der Straßen fort.
Aber die Namensgebungen waren zeitweise auch politisch erzwungen. So mussten die heutige "Landhaustraße" und der "Promenadenplatz" in der Nazi-Zeit (wie in fast jeder deutschen Stadt) "Adolf-Hitler-Straße" und "Adolf-Hitler-Platz" heißen. Im Zuge der Entnazifizierung wurden diese wieder umbenannt und die meisten erhielten ihre ursprünglichen Namen zurück oder wurden neu benannt.
Weitere Namensgruppen prägen das Straßenbild in Freudenstadt. Natürlich sind viele Dichter und Denker, Musiker, Erfinder, Baumeister; Politiker und Ortsgrößen darunter, die mehrheitlich und geschichtlich bekannt sind.
Weniger Wissen dürfte über folgende Personen als Namensgeber von Freudenstädter Straßen vorliegen:
Benzinger Straße: Hugo Benzinger (1900–1944) war ein Tübinger Stadtrat der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) und ein aktiver Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. Aufgrund seiner Überzeugungen wurde er mehrfach inhaftiert. Benzinger starb 1944 während der Haft.
Briegelstraße: Wolfgang Carl Briegel (1626 -1712) war deutscher Komponist und schuf u.a. etliche Werke geistlicher Chormusik.
Brandströmstraße: Elsa Brändström wurde als
„Engel von Sibirien“ bekannt, Sie pflegte zwischen 1914 und 1920 Soldaten, die
unter den menschenunwürdigen Bedingungen in den russischen
Kriegsgefangenenlagern des Ersten Weltkrieges litten. Bis heute wird ihre
Person als Leitfigur für Nächstenliebe, Empathie und Zivilcourage gesehen und
in einem Atemzug mit Mahatma Gandhi und Mutter Teresa genannt.
Clara-Schunmann-Weg : Clara Schumann (1819–1896) war eine bedeutende deutsche Pianistin, Komponistin und Klavierpädagogin, die als Kind unter dem Namen Josephine Wieck Leipzig geboren wurde. Nach ihrer Heirat mit dem Komponisten Robert Schumann im Jahr 1840 nahm sie dessen Nachnamen an und wurde weltberühmt als Clara Schumann. Als Clara Wieck galt sie schon als "Wunderkind".
Eugen-Nägele-Straße: Eugen Nägele (1856 - 1937) war Heimatforscher, Mitbegründer des Schwäbischen Albvereins und Herausgeber der Tübinger Blätter. Zusammen mit dem Württembergischen Schwarzwaldverein gründete er 1897 das Schwäbische Jugendherbergswerk, einen Vorläufer des Deutschen Jugendherbergswerkes.
Gminder Weg: Emil Gminder (1873-1963) war ein deutscher Textilunternehmer in Reutlingen, das bis 1967 produzierte. Nach ihm wurde das Gminder Leinen benannt, ein Halbleinen-Gemisch, das oft für Kostüme verwendet wurde.
Gottlob-Günther-Straße: Karl Gottlob Günther (1752-1832) war sächsicher Archivar und Verwaltungsjurist. Zwischen 1777 und 1792 entwarf er Vorläufer des europäischen Völkerrechts in Friedenszeiten
Gustav-Stoll-Weg:
Gustav Stoll war ein bedeutender deutsch-schweizerischer Pomologe, Gartenbauinspektor und
erster Direktor des Pomologischen Instituts in Proskau. Er prägte den Obstbau im 19. Jahrhundert maßgeblich.
Johannes-Brenz-Straße:
Johannes Brenz war ein bedeutender deutscher Reformator und lutherischer
Theologe, der maßgeblich die Reformation im Herzogtum Württemberg einführte.
Als enger Mitstreiter Martin Luthers wirkte er lange in Schwäbisch Hall und
Stuttgart, prägte das Schulwesen und verfasste wichtige theologische Schriften.
Karl Weickert Weg: Karl Weickert (1912 – 1942) war ein deutscher Glasmacher, der als Opfer der NS-Justiz im Strafgefangenenlager Börgermoor verstarb.
Karl-von-Hahn-Straße: Karl-von-Hahn (1848 -1925), geboren in
Friedrichstal bei Freudenstadt, war Bevollmächtigter des Roten Kreuzes. Er
unternahm ausgedehnte Forschungsreisen im Kaukasusgebiet und veröffentlichte
1924 das erste Lehrbuch der Geographie Georgiens. 1878 wurde er in den
russischen Adelsstand erhoben. Bis dahin nannte er sich Karl Hahn.
Lise-Meitner-Straße: Lise Meitner (1878-1968) war eine bedeutende österreichisch-schwedische Physikerin, die maßgeblich an der Entdeckung der Kernspaltung - in Zusammenarbeit mit Otto Hahn - beteiligt war. Er bekam den Nobelpreis, sie wurde übergangen!
Max-Eyth-Straße: Max Eyth (eigentlich Friedrich Maximilian von Eyth 1836–1906) war ein bedeutender deutscher Ingenieur, Schriftsteller und Pionier
der landwirtschaftlichen Mechanisierung. Bekannt als Gründer de Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) förderte er den Einsatz von Dampfpflügen weltweit.
Paulinenstraße: Wahrscheinlich nach Königin Pauline (1800 - 1873) von Württemberg benannt. Sie war die dritte Ehefrau von König Wilhelm I. und damit die Mutter vom späteren König Karl.
Stöfflerstraße: Stöffler, Stoeffler, Stöfler) ist überwiegend im süddeutschen Raum verbreitet. Er leitet sich als Koseform von Steffler ab, was ursprünglich ein Kurzname für den Vornamen Christoph ist. Ein bekannter Namensträger war der Astronom und Mathematiker Johannes Stöffler (1452-1531), der als erster Professor für Astronmie und Astrologie an der Universität Tübingen wirkte. Seine Vorschläge zur Kalenderreform im Jaht 1518 dienten später als Grundlage für die Gregorianische Kalenderreform.
Thea-Rasche-Weg: Thea Rasche (Pilotin, 1899–1971): Sie war eine berühmte deutsche Kunstfliegerin und Journalistin, die als erste deutsche Frau den Kunstflugschein erwarb. In den USA wurde sie als "The Flying Fräulein" bekannt. Ihr vollständiger Vorname war Theodora.