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Erinnerungskultur in Freudenstadt
Die Straßennamen in Freudenstadt
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Alte Quellen behaupten, die erste Generation der Stadtbewohner hätten ihre Stadt noch lange "Friedrichstadt" benannt, obwohl Herzog Friedrich I. von Württemberg ihr bereits zu Beginn der Gründungsphase den Namen „Freudenstadt“ gegeben hatte. Diese Annahme ist zumindest denkbar, da die Namensgebung zunächst vor allem in Planunterlagen der Baumeister sowie in herzoglichen Ausschreibungen und Druckschriften auftauchte und offenbar nicht in einem feierlichen herrschaftlichen Akt – etwa einer offiziellen Verkündung oder Einweihung der Stadt – öffentlich bekannt gemacht wurde.
Ein solcher Vorgang wäre beispielsweise im Jahr 1602 denkbar gewesen, als die Stadt mit der Zuteilung des „Flecken Rodt“ den Status einer Amtsstadt erhielt, oder 1603, als Freudenstadt sein Wappen bekam. Auch bei der Ernennung des ersten Vogts hätte sich eine solche Gelegenheit geboten.
Möglicherweise hängt dies auch damit
zusammen, dass die Erbauung Freudenstadts nie als vollständig abgeschlossen
betrachtet wurde. Die Stadtplanung, die auf Entwürfe des württembergischen
Baumeisters Heinrich Schickhardt zurückgeht, sah einen regelmäßigen
Stadtgrundriss zuerst mit drei und ab 1603 mit fünf Häuserzeilen rund um den
großen Marktplatz vor. Dieses Konzept wurde jedoch nie vollständig umgesetzt;
auch das ursprünglich geplante Schloss wurde nie gebaut.
So könnte sich im alltäglichen Sprachgebrauch zunächst die Vorstellung gehalten
haben: „Wir leben in Friedrichs Stadt“. Nur in gedruckter Form, in
Flugblättern, "Zeitungen" oder Schriften aus der Druckerei von Cellius in
Tübingen (siehe 2_1:
Neujahrswünsche an
den Herzog von 1603) erscheint der Name "Frewdenstadt". Allerdings
konnten damals nur wenige Menschen aus der Bevölkerung lesen.
Erst
mit der Benutzung des ersten Siegels (siehe im Beitrag
1_1, Kapitel 5: "Wappen"),
also frühestens ab 1612, kann dann der Stadtname auch
in "amtlichen"
Dokumenten aufgetaucht
sein.
Das Bewusstsein, Bürger einer vom württembergischen Herzog Friedrich gegründeten Stadt zu sein, hat sich bis in die Gegenwart erhalten. Es wird unter anderem durch zahlreiche Straßen- und Ortsnamen gestützt, die auf Herzog Friedrich Bezug nehmen.
Es wird natürlich auch gestärkt durch alle Benennungen, die mit dem Namen "FRIEDRICH" verknüpft sind. Dazu gehören heute in Freudenstadt (1) der Herzog-Friedrich-Turm, (2) Herzog-Friedrich-Straße und (3) der Herzog- Friedrich-Weg (der Waldweg in Verlängerung von 2.).
Doch nicht nur der Name des Stadtgründers ist Bestandteil der Erinnerungskultur. Auch weitere württembergische Herzöge und später Könige finden sich in Freudenstädter Straßennamen wieder. So tragen Straßen die Namen von Herzog Christoph in der Christophstraße und Christophstaler Steige.
Weitere Namensgeber sind
Herzog Eberhard III.
für Herzog-Eberhard-Straße
Bei einigen Namen stellt sich allerdings die Frage, auf welchen der mehreren möglichen Namensträger – etwa bei Eberhard, Eugen oder Wilhelm – sich die jeweilige Benennung konkret bezieht und welche Beziehung diese Persönlichkeiten zur Stadt Freudenstadt hatten.
Zur Beantwortung dieser Fragen habe ich über den Stadtgründer Herzog Friedrich hier schon einiges ausgeführt. Bei anderen Personen ist der Bezug weniger unmittelbar. Deshalb dazu nachfolgende Bemerkungen.
Ulrich von Württemberg zählt zu den umstrittensten Personen der württembergischen Landesgeschichte. Während seiner Herrschaft wurde die Reformation im Herzogtum Württemberg eingeführt.
Ulrich wurde 1498 im Alter von elf Jahren Herzog von Württemberg. Aufgrund seiner Minderjährigkeit stand er zunächst unter der Vormundschaft der württembergischen Stände und verschiedener Reichsfürsten. Seine Ehe mit Sabina von Bayern, einer Nichte Kaiser Maximilian I., sollte die politischen Beziehungen zwischen Württemberg und Bayern stärken.
Ulrichs aufwendiger Hofstaat und seine militärischen Unternehmungen führten jedoch zu hohen finanziellen Belastungen. Neue Steuern trafen besonders die unteren Bevölkerungsschichten und trugen zum Aufstand des sogenannten „Armen Konrad“ im Jahr 1514 bei, der schließlich niedergeschlagen wurde.
Sein persönliches Verhalten führte ebenfalls zu politischen Konflikten. Nach der Ermordung des Ritters Hans von Hutten im Jahr 1515 und weiteren Auseinandersetzungen mit dem Adel verschlechterte sich seine Stellung im Reich erheblich. Nachdem Ulrich 1519 die Reichsstadt Reutlingen besetzt hatte, griff der Schwäbische Bund ein und vertrieb ihn aus seinem Herzogtum. Dieses fiel vorübergehend an das Haus Habsburg.
Erst 1534 gelang Ulrich mit Hilfe des Landgrafen Philipp I. von Hessen die
Rückkehr nach Württemberg. In der Folge führte er dort die Reformation ein und
wandelte zahlreiche Klöster in landesherrlichen Besitz um. Damit wurde
Württemberg zu einem der früh protestantisch geprägten Territorien im Heiligen
Römischen Reich.
Ulrich starb 1550 und wurde in der Stiftskirche in Tübingen
beigesetzt. Er war der Vater von Herzog Christoph.
Da Ulrich lange vor der
Gründung Freudenstadts lebte, besteht nur ein indirekter Bezug zu der später
entstandenen Stadt.

Christoph von Württemberg war der Sohn Herzog Ulrichs und regierte das
Herzogtum Württemberg von 1550 bis 1568.
Seine Jugend war von politischen
Unsicherheiten geprägt. Nach der Vertreibung seines Vaters lebte Christoph
zeitweise unter habsburgischer Aufsicht und hielt sich an verschiedenen
europäischen Höfen auf. Erst nach der Rückkehr Ulrichs nach Württemberg konnte
sich seine Stellung im Herzogtum festigen.
Bereits 1542 erhielt Christoph
die Statthalterschaft über die württembergische Grafschaft Mömpelgard
(Montbéliard). Nach dem Tod seines Vaters übernahm er
1550 die Regierung des Herzogtums.
Während
seiner Regierungszeit festigte er die lutherische Reformation und
reorganisierte Verwaltung, Kirchenwesen und Schulwesen durch zahlreiche
Landesordnungen. Auch die Residenzstadt Stuttgart wurde unter ihm weiter
ausgebaut; das Alte Schloss erhielt seine heute noch erkennbare
Renaissancegestalt mit Arkadenhof.
Nach Christophs Tod im Jahr 1568 folgte ihm sein Sohn
Ludwig von Württemberg als Herzog von
Württemberg. Dieser regierte bis 1593 und
hinterließ keine legitimen Erben. Nach seinem Tod fiel die Herrschaft an die
Linie Württemberg-Mömpelgard, aus der schließlich
Herzog Friedrich I. hervorging, der die Stadt Freudenstadt gründete.
Auch Herzog Christoph lebte vor der Gründung Freudenstadts, so dass nur ein
indirekter Bezug (vor allem über "Christophstal") zur Stadt besteht. Seine Regierungszeit prägte jedoch
entscheidend die politische und religiöse Entwicklung Württembergs, aus der
heraus die spätere Stadtgründung möglich wurde.
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Er war der Sohn von Herzog Johann Friedrich (1582-1628) und damit der Enkel von Friedrich I., dem Stadtgründer von Freudenstadt.
In den Beiträgen 1_2: "Stadtbefestigung und Tore und 6_3: "Das Duell vor der Frewdenstadt" wurde schon auf ihn und seinen Bezug zu Freudenstadt hingewiesen.
Eberhard III. von Württemberg war von 1628 bis 1674 Herzog von Württemberg. Seine Regierungszeit fiel in eine der
schwierigsten Phasen der württembergischen Geschichte, die stark vom
Dreißigjähriger Krieg geprägt war.
Eberhard wurde 1614 geboren und übernahm
bereits 1628 als Kind die Regierung. Zunächst stand er unter Vormundschaft.
Nach der Niederlage der protestantischen Seite in der Schlacht bei Nördlingen
(1634) musste er mit seiner Familie ins Exil nach Straßburg fliehen, während
Württemberg zeitweise von kaiserlichen Truppen besetzt war.
Erst nach dem
Westfälischen Frieden im Jahr 1648 konnte Eberhard III. in sein Herzogtum
zurückkehren und die Regierung wieder vollständig übernehmen. In den folgenden
Jahren bemühte er sich um den Wiederaufbau des stark zerstörten und
entvölkerten Landes. Dazu gehörten Maßnahmen zur Förderung von Landwirtschaft,
Handwerk und Zuwanderung.
Auch die Stadt Freudenstadt war während des
Krieges schwer betroffen und verlor einen großen Teil ihrer Bevölkerung. Der
Wiederaufbau und die Stabilisierung des Landes fielen daher in die
Regierungszeit von Eberhard III.
Herzog Eberhard starb 1674. Seine Herrschaft
steht vor allem für die schwierige Zeit des Wiederaufbaus Württembergs nach dem
Dreißigjährigen Krieg.
Sein Sohn Wilhelm-Ludwig (1647-1677) folgte ihm für nur drei Jahre als regierender Herzog nach, weil er im Alter von 30 Jahren in Hirsau überraschend starb.
Herzog Alexander (1684 - 1737)
Von
1733 bis 1737 regierte er als elfter Herzog in Württemberg im Geiste des
Absolutismus.
Er trat zunächst in den Militärdienst des Habsburgerreiches ein. Dort machte er
eine erfolgreiche Karriere als Offizier und kämpfte unter anderem in den
Türkenkriegen. Während dieser Zeit trat er vom evangelischen zum katholischen
Glauben über, was später in seinem überwiegend protestantischen Heimatland für
Spannungen sorgte.
Im Jahr 1733 wurde er Herzog von Württemberg, nachdem
sein Cousin Eberhard-Ludwig (1676-1733), gestorben war.
Zu dieser Zeit war er mehr kaiserlicher Österreicher als württembergischer
Schwabe.
Karl Alexander versuchte, die Macht des Herzogs zu stärken und die Finanzen des Landes zu reformieren. Dabei arbeitete er eng mit seinem Finanzberater Joseph Süß Oppenheimer zusammen. Oppenheimer sollte die Staatsfinanzen ordnen und neue Einnahmen schaffen. Diese Maßnahmen führten jedoch zu Konflikten mit den württembergischen Ständen und Teilen der Bevölkerung.
Als Sündenbock wurde 1738 der fürstliche Finanzberater Joseph Süß Oppenheimer, genannt "Jud Süß" hingerichtet. Eine großangelegte landständische Propagandaaktion schob ihm die Verantwortung für alle ungeliebten Projekte des verstorbenen Herzogs in die Schuhe – nur an den wenigsten war er tatsächlich beteiligt gewesen.
Siehe dazu auch den Beitrag 4_3:
"Wenn das
Gold am Galgen hängt..."
Karl Alexander starb 1737 überraschend in
Ludwigsburg. Nach seinem Tod wurde Joseph Süß Oppenheimer verhaftet und später
hingerichtet. Der noch minderjährige Nachfolger Karl Eugen konnte dem nichts
entgegensetzen.
Die kurze Regierungszeit Karl Alexanders bleibt bis heute ein umstrittenes
Kapitel der württembergischen Geschichte.
Karl Alexander war ein
reformorientierter, aber politisch umstrittener Herzog, dessen Politik große
Konflikte im Land auslöste.
Gemeint ist Herzog Carl Eugen (Karl) von Württemberg, der ein
Eugen machte vor allem in der preußischen Armee
Karriere und diente unter König Friedrich II. von Preußen. Während des
Siebenjährigen Krieges zeichnete er sich als General aus und übernahm zeitweise
wichtige militärische Kommandos.
Neben seiner militärischen Laufbahn war er auch in
württembergischen Diensten tätig und übernahm Verwaltungsaufgaben innerhalb des
Herzogtums. Durch seine Stellung im europäischen Militär und seine
Zugehörigkeit zum württembergischen Herrscherhaus gehörte er zu den bekannten
Persönlichkeiten seiner Zeit.
König Karl von Württemberg (1823–1891)

Karl I. von Württemberg war von 1864 bis 1891 König von Württemberg. Er war der Sohn von Wilhelm I. von Württemberg (1781-1864, Regierungszeit 1816-1864) und dessen dritter Ehefrau Pauline von Württemberg. Karl bestieg 1864 den Thron und regierte in einer Zeit großer politischer Veränderungen in Deutschland.
Während des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71 stand Württemberg an der Seite Preußens. Nach dem Sieg über Frankreich trat das Königreich Württemberg dem neu gegründeten Deutsches Kaiserreich bei. Trotz der Einbindung in das Reich behielt Württemberg einige eigene Rechte, etwa im Post- und Eisenbahnwesen sowie im Militär. Karl förderte außerdem Wissenschaft, Kunst und soziale Einrichtungen im Land.
Seit Ende der 1870er Jahre kam in der Bevölkerung seiner Hauptstadt immer
wieder Unwille wegen seiner ständigen Aufenthalte in Italien und an der
französischen Riviera sowie am Bodensee auf. Er übergab seinen Ministern –
allen voran Hermann Mittnacht – immer mehr Regierungsverantwortung. König Karl war zwar mit Königin Olga verheiratet,
doch sein Interesse galt zunehmend anderen Männern. Eine seiner Beziehungen mit
einem Mann entwickelte sich zu einem internationalen Skandal: 1888 erhob König
Karl seinen amerikanischen Liebhaber Charles Woodcock in den Adelsstand und
stattete ihn finanziell aus. Diese Adelung empörte den Hof. Außerdem mischte
sich der Amerikaner zunehmend in die Landespolitik ein. König Karl wurde daher
in Zeitungen im In- und Ausland heftig kritisiert. Kaiser Wilhelm II. und auch Reichskanzler Bismarck
versuchten den Skandal anzuheizen, um Karl zur Abdankung zu bewegen. Da seine Ehe
mit Olga von Württemberg kinderlos blieb, folgte ihm 1891 sein Neffe Wilhelm
II. von Württemberg auf dem Thron. Ein direkter Bezug zu Freudenstadt kann nicht
hergestellt werden.
König Wilhelm II. von Württemberg (1848–1921)
Wilhelm II. von Württemberg war der letzte König von
Württemberg. Er regierte von 1891 bis 1918.
Wilhelm war ein Neffe von König Karl und galt als
volksnaher und eher zurückhaltender Monarch. Während seiner Regierungszeit
entwickelte sich Württemberg wirtschaftlich und gesellschaftlich weiter zu
einem modernen Industriestaat innerhalb des Deutsches Kaiserreich.
Seine Herrschaft endete im Zuge der politischen
Umwälzungen am Ende des Ersten Weltkriegs. Das Deutsche Reich und mit ihm die
Monarchie waren zusammengebrochen.
Am 9. November 1918 stürmten Revolutionäre das Wilhelmspalais, den Stuttgarter Wohnsitz des Königs, und hissten die rote Fahne. Das Königspaar musste die Stadt verlassen und floh nach Bebenhausen. Während der Novemberrevolution 1918 dankte Wilhelm II. dann als König ab, und aus dem Königreich Württemberg wurde der „Volksstaat Württemberg“.
Wilhelm II. blieb auch danach eine respektierte und hoch geachtete Persönlichkeit im Land. Er war dafür verantwortlich, dass der Mammutbaum aus der Wilhelma-Saat 1866 nach Freudenstadt kam und zu einem Wahrzeichen der Stadt wurde. Siehe dazu den Abschnitt 8_1: Die Geschichte der Mammutbäume
Von seiner Residenzstadt Stuttgart war er aber zutiefst enttäuscht, so dass er nie mehr dorthin zurückkehren wollte und sich sogar in Ludwigsburg begraben ließ.
Er starb 1921 in Bebenhausen bei Tübingen.
Mit ihm endete die mehr als 800-jährige Herrschaft des Hauses Württemberg über
das Land.
Er besuchte Freudenstadt 1899 zu ihrer
300-Jahr-Feier. Siehe dazu den Beitrag
7_1:
Stadtschultheiß Hartranft.
Nicht nur bei der 300-Jahr-Feier der Stadtgründung von Freudenstadt (1899) bewies die Stadt ihre Verbundenheit und Treue zum Hause Württemberg; diese lebt bis heute durch die Namensgebungen der Straßen fort.
Aber die Namensgebungen waren zeitweise auch politisch erzwungen. So mussten die heutige "Landhaustraße" und der "Promenadenplatz" in der Nazi-Zeit (wie in fast jeder deutschen Stadt) "Adolf-Hitler-Straße" und "Adolf-Hitler-Platz" heißen. Im Zuge der Entnazifizierung wurden diese wieder umbenannt und die meisten erhielten ihre ursprünglichen Namen zurück oder wurden neu benannt.
Freudenstadt
als Planstadt unterschied sich auch bei der Namensgebung der Straßen von Anfang
an von anderen Städten. Ein Blick auf den Grundriss macht es verständlich, warum
man die Häuser nicht nach Gassen benannt, sondern nach Stadtviertel. Die
Hauptverkehrs- und Ausfallstraßen bildeten ein Fadenkreuz und damit natürliche
Grenzen für vier Viertel, in denen die Häuserreihen winkelförmig mit
ineinander geschachtelten Ecken angeordnet waren. Namensgeber für diese Viertel
waren die wichtigsten Gebäude wie Kirche
und
Kaufhaus.
So wohnte man in der 1. bis 4. Zeile des Kirchen-, Kaufhaus-, Oberen- oder
Unteren Viertels. Dies blieb lange so, nur durch den Bau des Rathauses (1670)
änderte sich der Name des Oberen Viertels in
"Rathausviertel".
Aus dem Unteren Viertel wurde später das
"Kronenviertel"
nach
dem dort gebauten Gasthaus und danach das "Rosenviertel". Das
"Bierhaus zur Rose" wurde 1816 gebaut.
Diese Situation änderte sich erst ab 1879 als die dritte südliche Parallelstraße durchbrochen wurde und eine Straße zum Bahnhof geplant wurde. Sie erhielt den Namen "Reichsstraße" in Anlehnung an das 1871 neu gegründete Deutsche Kaiserreich, dem ersten deutschen Nationalstaat. Als nächstes soll die zweite westliche Zeile durchbrochen worden sein, so entstand die "Alfredstraße". Damit war der Startschuss gegeben, die Gassen mussten nun neue Namen bekommen.
Bis ca.1885 waren in der Altstadt nun ungefähr 20 neue Straßennamen verteilt worden.
Dabei spielten die Tore auch eine namensgebende Rolle: Sie führten zur Stuttgarter- , Loßburger- und Murgtalstraße.
Als weitere neue Namen tauchten nun auf -
im Osten: Linden-, Wilhelm-, Lange-, Hof-, Kleinrheinstraße;
im Westen: Trauben- (=Schickhardt-), Alfred-, Gärtner- (=Rappen-)straße;
im Süden: Schul-, Brunnen-, Reichs-, Bad- und Paulinenstraße;
im Norden: Kaufhaus-, Jakob-, Friedrich-, Katharinen- und Leonhardtstraße.
Üblich war auch Straßen nach den Bauwerken zu benennen, die an ihnen standen. Dies galt für die Bad- Schul- und Brunnenstraße. In einem der Häuser in der Badstraße war 1851 eine Badeeinrichtung, die Schule ursprünglich in einem Winkelbau hinter der Stadtkriche untergebracht und die Brunnenstraße erhielt ihren Namen nach einem auffallenden Brunnentrog. Kaufhaus-, Linden- und Traubenstraße (jetzt: Schickhardtstraße) sollen nach dem gleichen Prinzip entstanden sein.
Drei Straßen erhielten ihren Namen nach Besonderheiten:
Die Langestraße war länger als die anderen, die Hofstraße führte an vielen Höfen vorbei und die Kleinrheinstraße verdankt ihren Namen einem kleinen Scherz. Sie lag an einem kleinen "Rain", der sprachlich an den Vater "Rhein" angeglichen wurde.
Die Leonhardtstraße soll ihren Namen nach dem Bürger "Leonhardt" erhalten haben, dessen Haus wegen des dortigen Straßenbaus abgerissen werden musste. Ob er dafür Ersatz erhielt, ist nicht vermerkt.
Die Herrenfelder Straße führte ursprünglich durch den Flur "Herrenfeld", wo zehntfreie, der "Herrschaft" gehörende Güter lagen. (8), (9)
Weitere Namensgruppen prägen das Straßenbild in Freudenstadt. Natürlich sind viele Dichter und Denker, Musiker, Erfinder, Baumeister, Politiker und Ortsgrößen darunter, die mehrheitlich und geschichtlich bekannt sind.
Die Eugen-King-Straße bei der Taborkirche erinnert z.B. an den Stadtpfarrer und Dekan EUGEN KING (1891 - 1978). In seiner Zeit wurde 1931 die Taborkirche in Freudenstadt fertiggestellt.
Manche Namen weisen auch auf bestimmte Berufsgruppen hin, wie bei der Farina-Straße (farina, Lat.: Mehl), Gärtnerstraße, Tuchmacherstraße, Steinhauer- oder Feilenhauerstraße.
Eine weitere Namensgruppe bezieht sich auf rein geografische Merkmale und Hinweise die hier nicht näher betrachtet werden, da sie leicht selber erschlossen werden können.
Natürlich wurden im Laufe der Zeit manche Straßennamen auch wieder geändert, bzw. neu vergeben. Aus einer Dammstraße wurde die Uhlandstraße und die Ludwig-Jahn-Straße hieß ursprünglich Turm- bzw. Kabelstraße. (10)
Weniger Wissen dürfte über folgende Personen als Namensgeber von Freudenstädter Straßen vorliegen:
Benzinger Straße:
Hugo Benzinger (1900–1944) war ein Tübinger Stadtrat der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) und ein aktiver Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. Aufgrund seiner Überzeugungen wurde er mehrfach inhaftiert. Benzinger starb 1944 während der Haft.
Als Dr. Ernst Blaicher (25.09.1886 - 24.09.1944), Bürgermeister (Okt.1919 - 1944) und Nachfolger von A. Hartranft im September 1944 starb, wollte man ihm zum Gedenken nach dem Krieg am Roseneck ursprünglich einen Brunnen bauen. Dieser Plan wurde aber nicht umgesetzt und dafür wurde die Straße nach ihm benannt. Blaicher wurde nachgesagt, dass er trotz schwierigster Umstände immer um einen Ausgleich von Gegensätzen bemüht gewesen sei.
In seine Zeit fällt die Übernahme der Macht durch die Nazis in Freudenstadt. Symptomatisch dafür war z.B. die Verhaftungswelle am 23. März 1933, die von Erwin Dirr, dem NS-Kreisleiter, Landtagsabgeordneten und Stammheimer Bürgermeister ausgelöst worden war. Der als staatlicher Polizeiunterkommissar für die Bezirke Calw, Neuenbürg, Freudenstadt und Nagold eingesetzte Funktionär ließ durch Gemeindepolizei, Landjägerbeamte und – als Hilfspolizei – SA, SS und Stahlhelm auf der Grundlage der Reichstagsbrandverordnung im ganzen Oberamt vom 22. bis 25. März weit über 100 Personen in Schutzhaft nehmen.
Viele der im Gerichtsgefängnis und wegen Raummangels auch in der Jugendherberge und im alten Postamt (in Calw) untergebrachten Schutzhäftlinge wurden, nachdem sie auf dem Oberamt vernommen und verwarnt worden waren, wieder entlassen. Für 32 der Verhafteten endete die Polizeiaktion, bei der auch Hausdurchsuchungen vorgenommen wurden und angeblich ein größeres Waffenlager entdeckt worden sein soll, allerdings mit dem Abtransport in das neu errichtete Konzentrationslager auf dem Heuberg...
Bürgermeister Dr. Blaicher hatte damit widerstandslos die Übergabe der Stadtregierung an das NS-Regime ermöglicht. Ernst Blaicher blieb im Amt - unliebsame Stadträte wurden in den Ruhestand versetzt und durch NS-Getreue ohne Wahl ersetzt. Der Gewerkschaftler Friedrich Rothfuß (SPD) und der Gemeinderat Georg Link (KPD) wurden mit 19 Genossen der SPD und KPD verhaftet und in das KZ Heuberg gebracht...
Auch am 23.03.1933 legte der Stadtrat ein Treuegelöbnis auf den Führer und seine Regierung ab; ab 01.04. erfolgten ebenfalls in Freudenstadt erste Boykottkundgebungen: "Kauft nicht bei Juden"...
Zum 20.04.1933 wurden zu Ehren von "Führers Geburtstag" viele Straßen in Freudenstadt umbenannt. So wurde aus der "Lauterbadstraße" die "Adolf-Hitler-Straße". Die Pension "Regina", die speziell für jüdische Gäste eingerichtet war, durfte es in dieser Straße nun nicht mehr geben, also wurde sie zwangsversteigert...
Briegelstraße:
Wolfgang Carl Briegel (1626 -1712) war deutscher Komponist und schuf u.a. etliche Werke geistlicher Chormusik.
Brandströmstraße:
Elsa Brändström (1888 - 1948) wurde als
„Engel von Sibirien“ bekannt, Sie pflegte zwischen 1914 und 1920 Soldaten, die
unter den menschenunwürdigen Bedingungen in den russischen
Kriegsgefangenenlagern des Ersten Weltkrieges litten. Bis heute wird ihre
Person als Leitfigur für Nächstenliebe, Empathie und Zivilcourage gesehen und
in einem Atemzug mit Mahatma Gandhi und Mutter Teresa genannt.
Einen besonderen Platz gebührt dem Namensträger der Straße, da dessen Vergangenheit erst in jüngster Zeit aufgearbeitet wurde. Seit Juli 2023 erinnert auch eine Gedenktafel beim Rathaus an seine Geschichte.
Carl Beer (1885–1969) war jüdischer Arzt in Freudenstadt. Ein hochgeschätzter Mediziner, der während der NS-Zeit verfolgt und im KZ Dachau inhaftiert wurde. Nach 1945 kehrte er nach Freudenstadt zurück, eröffnete seine Praxis erneut und war politisch im Gemeinderat aktiv.
Über ihn sind inzwischen zahlreiche Mitteilungen im Internet zu finden. Unter (5.) kann man sich über ihn und das Leben weiterer Juden in Freudenstadt während der NS-Zeit informieren.
Außerdem kann man unter (5_d ) bis (5_f) drei pdf-Dateien zum Thema aus dem Internet herunterladen.
Clara-Schumann-Weg:
Clara Schumann (1819–1896) war eine bedeutende deutsche Pianistin, Komponistin und Klavierpädagogin, die als Kind unter dem Namen Josephine Wieck in Leipzig geboren wurde. Nach ihrer Heirat mit dem Komponisten Robert Schumann im Jahr 1840 nahm sie dessen Nachnamen an und wurde weltberühmt als Clara Schumann. Als Clara Wieck galt sie schon als "Wunderkind".
Eugen-Nägele-Straße:
Eugen Nägele (1856 - 1937) war Heimatforscher, Mitbegründer des Schwäbischen Albvereins und Herausgeber der Tübinger Blätter. Zusammen mit dem Württembergischen Schwarzwaldverein gründete er 1897 das Schwäbische Jugendherbergswerk, einen Vorläufer des Deutschen Jugendherbergswerkes. Als Heimatforscher war er u.a. an der Erforschung der keltischen Heuneburg, des römischen Limes und der Römerstraßen beteiligt.
Gminder Weg:
Emil Gminder (1873-1963) war ein deutscher Textilunternehmer in Reutlingen, das bis 1967 produzierte. Nach ihm wurde das Gminder Leinen benannt, ein Halbleinen-Gemisch, das oft für Kostüme verwendet wurde.
Gottlob-Günther-Straße:
Karl Gottlob Günther (1752-1832) war sächsischer Archivar und Verwaltungsjurist. Zwischen 1777 und 1792 entwarf er Vorläufer des europäischen Völkerrechts in Friedenszeiten.
Gustav-Stoll-Weg:
Gustav Stoll (1814 - 1897) war ein bedeutender deutsch-schweizerischer Pomologe (Obstkunde), Gartenbauinspektor und erster Direktor des Pomologischen Instituts in Proskau bei Oppeln/Oberschlesien - heute: "Opole". Er prägte den Obstbau im 19. Jahrhundert maßgeblich.
Helene Frey (13.11.1878 - 09.05.1960) wurde als Tochter des Goldarbeiters Karl Frey (1848 - 1893) in Freudenstadt geboren. Von 1907 bis 1947 war sie als Lehrerin an der Frauenarbeitsschule (als Private Frauenarbeitsschule 1890 von Marie Eberle gegründet und 1892 von der Stadt übernommen) als "erste Lehrerin" ab 1.6.1915 tätig. Damals war der Stadtschultheiß auch noch der Vorstand der Schule. Im November 1922 übernahm sie die Leitung der Schule an der sie ca. 40 Jahre tätig war. Für viele ihrer Schülerinnen war sie die "Freia", was eine von Respekt getragene, liebevolle Nähe zu ihren Schülerinnen ausdrückte. Die Schule war damals im Hause der "Kinderschule" neben der Brauerei "Rose" untergebracht und bildete befähigte Damen- und Hausschneiderinnen aus. Aus ihrem Nachlass, den sie der Stadt vermacht hat, geht hervor, dass sie nach der Übernahme der Schule durch die NAZIS große Mühe hatte, ihren "Arischen Nachweis" bis zu ihrer Großelterngeneration zu belegen, da verschiedene Urkunden nicht mehr zu aufzufinden waren. Sie blieb aber Leiterin der Schule. Helene Frey bezog nach ihrem Berufsleben das Städtische Altersheim in der Wildbader Straße und wurde dort am 9.5.1960 beim Überqueren der Straße von einem auswärtigen PKW erfasst. Sie verstarb noch in der Nacht an ihren schweren Kopfverletzungen. Erst nach diesem Unfall kamen im Gemeinderat Überlegungen auf durch Schaffung eines Fußgängerüberwegs (Zebrastreifen) die Kraftfahrer "einzubremsen" und einen Gehweg für die Heimbewohner zu schaffen. Ihr Haus und alle Güter im Wert von mehr als 90 000 DM vermachte sie der Stadt. Diese benannte den damals abgelegenen, nicht öffentlichen Weg mit ihrem Namen.
Johannes-Brenz-Straße:
Johannes Brenz (1499 - 1570) war ein bedeutender deutscher Reformator und lutherischer
Theologe, der maßgeblich die Reformation im Herzogtum Württemberg einführte.
Als enger Mitstreiter Martin Luthers wirkte er lange in Schwäbisch Hall und
Stuttgart, prägte das Schulwesen und verfasste wichtige theologische Schriften.
Karl Weickert Weg:
Karl Weickert (1912 – 1942) war ein deutscher Glasmacher, der als "Opfer" der NS-Justiz im Strafgefangenenlager Börgermoor verstarb.
Karl-von-Hahn-Straße:
Karl-von-Hahn (1848 -1925), geboren in
Friedrichstal bei Freudenstadt, war Bevollmächtigter des Roten Kreuzes. Er
unternahm ausgedehnte Forschungsreisen im Kaukasusgebiet und veröffentlichte
1924 das erste Lehrbuch der Geographie Georgiens. 1878 wurde er in den
russischen Adelsstand erhoben. Bis dahin nannte er sich Karl Hahn.
Lise-Meitner-Straße:
Lise Meitner (1878-1968) war eine bedeutende österreichisch-schwedische Physikerin, die maßgeblich an der Entdeckung der Kernspaltung - in Zusammenarbeit mit Otto Hahn - beteiligt war. Er bekam den Nobelpreis, sie wurde übergangen!
Max-Eyth-Straße:
Max Eyth (eigentlich Friedrich Maximilian von Eyth,1836–1906) war ein bedeutender deutscher Ingenieur, Schriftsteller und Pionier
der landwirtschaftlichen Mechanisierung. Bekannt als Gründer de Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) förderte er den Einsatz von Dampfpflügen weltweit.
Paulinenstraße:
Naheliegend wäre die Vermutung, dass die Straße nach Königin Pauline (1800 - 1873) von Württemberg benannt wurde. Sie war die dritte Ehefrau von König Wilhelm I. und damit die Mutter vom späteren König Karl. Ihre Ehe galt aufgrund des langjährigen Verhältnisses des Königs mit einer Hofschauspielerin als unglücklich. Im Testament des Königs wurde sie sogar vom Erbe ausgeschlossen. Sie war beim Volk sehr beliebt und engagierte sich stark im sozialen Bereich. Auf sie geht die Gründung der Paulinenpflege Winnenden und der Paulinenpflege Stuttgart zurück.
Nachforschungen im Stadtarchiv Freudenstadt ergeben aber ein anderes Bild und eine einzigartige Freudenstädter Besonderheit:
Sowohl diese Straße wie auch die Friedrich-, Jakob-, Karl-, Leonhardt-, Wilhelm- und Katarinenstraße wurden nach den Vornamen dort lebender bekannter Frauen und Männer benannt!(8), (9)
Schierenbergstraße:
August Schierenberg (1849-1920) war als Banker in Frankfurt und Paris tätig. 1873 wanderte er in die USA aus und wohnte bis 1887 in New York. Durch seine Tätigkeit erwarb er sich ein ansehliches Vermögen. Gesundheitliche Probleme brachten ihn nach Bad Rippoldsau und so lernte er auch die Umgebung von Freudenstadt kennen. Als eifriger Jäger pachtete er 1907 bis 1910 die Jagdrechte auf den Auerhahn im Obermusbacher Forst. Zwischen 1895 und 1897 erwarb er mehrere Grundstücke in Freudenstadt und baute darauf das "Haus Schierenberg". mit einer gewaltigen Parkanlage. Nach seiner Heirat 1897 wohnte er im Winter in Düsseldorf und im Sommer in Freudenstadt. Durch seine vielen Gäste machte er Freudenstadt in ganz Deutschland bekannt und förderte dadurch auch nachhaltig den Kurbetrieb. Er schuf Parks und Anlagen auf dem Kienberg, zahlreiche Stiftungen, Bibliotheken und Volksbüchereien für Schulen. Als er 1920 starb, führte seine Witwe das Haus weiter bis zu ihrem Tod 1935. Danach übernahm der Kurverein der Stadt das gesamte Anwesen. Schierenberg war neben Hartranft der wichtigste "Weichensteller" für den Ausbau des Kurbetriebs in Freudenstadt und seines Bekanntheitsgrades.
Steinbeisweg:
Ferdinand Steinbeis (ab 1855: - von Steinbeis) lebte von 1807 bis 1893 und war ein württembergischer Wirtschaftspolitiker. Er war unter König Wilhelm I. ab 1848 Regierungsrat und Leiter für Gewerbe und Handel bis 1880. Er gründete mehrere Gewerbeschulen, auch die erste Kunstgewerbeschule in Rottenburg und war 1862 bis 1868 Abgeordneter im württembergischen Landtag. Seine Politik der Wirtschaftsförderung konzentrierte sich hauptsächlich auf das dichter besiedelte Gebiet am Neckar und auf der Alb. Durch sein Wirken entstand auch die Eisenbahnlinie Ulm - Blaubeuren - Ehingen.
Stöfflerstraße:
Stöffler, Stoeffler, Stöfler) ist überwiegend im süddeutschen Raum verbreitet. Er leitet sich als Koseform von Steffler ab, was ursprünglich ein Kurzname für den Vornamen Christoph ist.
Ein bekannter Namensträger war der Astronom und Mathematiker Johannes Stöffler (1452-1531), der als erster Professor für Astronomie und Astrologie an der Universität Tübingen wirkte. Seine Vorschläge zur Kalenderreform im Jahr 1518 dienten später als Grundlage für die Gregorianische Kalenderreform.
Die Freudenstädter Stöfflerstraße ist aber nach dem Theologen und Stadtpfarrer Georg Stöffler (1597-1668) benannt. Er war vorher Pfarrer in Grüntal und Tumlingen, bevor er 1632 sein Amt in Freudenstadt übernahm.
Suttnerstraße:
Bertha von Suttner (1843–1914) war eine wegweisende österreichische Pazifistin und Schriftstellerin die als erste Frau überhaupt den Friedensnobelpreis erhielt. Ihr unermüdlicher Einsatz gegen Militarismus und Krieg machte sie zu einer der einflussreichsten Stimmen der Friedensbewegung im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Über Nacht wurde sie weltberühmt durch ihren Antikriegsroman "Die Waffen nieder". Sie erhielt als erste Frau den neu geschaffenen Friedensnobelpreis (1905) und war Mitbegründerin der Deutschen Friedensgesellschaft. Für kurze Zeit (1876) arbeitete sie auch als Sekretärin bei Alfred Nobel in Paris. Bis zuletzt warnte sie vor einem großen europäischen Krieg. Sie starb nur eine Woche vor dem Attentat in Sarajevo, das den Ersten Weltkrieg auslöst.
Thea-Rasche-Weg:
Thea Rasche (Pilotin, 1899–1971): Sie war eine berühmte deutsche Kunstfliegerin und Journalistin, die als erste deutsche Frau den Kunstflugschein erwarb. In den USA wurde sie als "The Flying Fräulein" bekannt. Ihr vollständiger Vorname war Theodora.
Vöhringerstraße
Gotthilf Vöhringer (1881-1955) war ein deutscher evangelischer Theologe. Ab 1925 war er Generalsekretär der Deutschen Liga
für freie Wohlfahrtspflege
Wölperwiesenweg:
Johann David Wölpper (auch "Wilper", "Woelpper" oder "Wölper") (1671 - 1741) war ein Handelsmann und Bürgermeister in Freudenstadt und nach dem Dreißigjährigen Krieg dort ein erster Großunternehmer. Er war Pächter des Schöllkopfhofes, der Ziegelhütte und der Schmiede- und Eisenwerke im Christophstal (1684). Mit dem Bräuhaus und der Salzpachtung hatte er außerdem zwei wichtige städtische Monopole in seiner Hand. Ursprünglich umfassten die "Wölpperwiesen" ungefähr 13,5 Morgen Land (ca. 2,7 Hektar).
Quellen:
Der Grenzer, Nr. 107 u. 108 vom 10.5. und 11.5. 1960 und Nachlass der Helene Frey im Stadtarchiv Freudenstadt
Ohne die tatkräftige Unterstützung durch Frau E. Hardtke vom Stadtarchiv Freudenstadt wären diese Informationen nicht gefunden worden. Siehe auch die Quellen 8. - 10.
Herzlichen Dank für die Hilfsbereitschaft!
Wikipedia:
Alle Personen des Fürstenhauses.
Namensgeber der Freudenstädter Straßen
Zu den Personen des Fürstenhauses siehe auch das Stadtlexikon Stuttgart:
https://www.stadtlexikon-stuttgart.de/dts/index.html
https://www.klosterhirsau.de/wissenswert-amuesant/persoenlichkeiten/ulrich-von-wuerttemberg
H. Scherr, 1839, Reutlingen:Herzog Ulrich, der Verbannte, von Wirtenberg,
https://portal.dnb.de/bookviewer/view/1256457027#page/n8/mode/1up
Ulrich, Herzog zu Württemberg. Ein Beitrag zur Geschichte Württembergs und des deutschen Reichs im Zeitalter der Reformation,
Dritter Band, vollendet und herausgegeben von Dr. Karl Pfaff, Tübingen,1844.
https://archive.org/details/bub_gb_jWQAAAAAcAAJ/page/n6/mode/1up
Gerhard Raff: Hie gut Wirtemberg allewege II, Das Haus Württemberg von Herzog Friedrich I. bis Herzog Eberhard III., 2. A., 1995, Degerloch
LINKS zum Thema Carl Beer und das Leben der Juden in Freudenstadt während der NS-Zeit:
5_a:
5_b:
https://www.alemannia-judaica.de/freudenstadt_juedgeschichte.htm
5_c:
https://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.freudenstadt-was-waer-wenn-dr-beer-nicht-waer.0aa31aad-4491-45a3-b454-6fe1bbd77f20.html
5_d:
https://www.papierblatt.de/jlnsw/juedisches-leben-nordschwarzwald-3-1-staengle.pdf
5_e:
5_f:
https://www.papierblatt.de/jlnsw/juedisches-leben-nordschwarzwald-3-2-doerschel.pdf
Klaus M. Heckmanns: Freudenstadt im Dritten Reich, in:
Planstadt Kurstadt Freudenstadt, Chronik einer Tourismusstadt, 1599-1999, Hrsg: Stadtarchiv Freudenstadt, 1999, G. Braun GmbH & Co., Karlsruhe, S. 307 ff
Thorsten Trautwein: Erwin Dirr und die Etablierung der NSDAP in den Oberämtern Calw und Neuenbürg als bestimmender Machtfaktor - in:
Der Kreis Calw in der Zeit des Nationalsozialismus, Moija gGmbH, 2025
Stadtarchiv Freudenstadt - Freudenstädter Heimatblätter - 8. Band, Nr.5 - 21.4.1956 - M. Eimer - "Von der Freudenstädter Altstadt, Zur Namensgebung eines regelmäßigen Straßennetzes"
Stadtarchiv Freudenstadt - Schwarzwaldzeitung: Der Grenzer - 3.10.1964 - "Stadtgeschichte in Straßennamen gespiegelt"
Stadtarchiv Freudenstadt - Schwarzwaldzeitung: Der Grenzer - 8.5.1929
Bilder:
Bild 1 und 2: Siehe die Beiträge 1_1 und 2_1.
Alle anderen Bilder sind lizensfrei unter Wiki commons bei Wikipedia zu finden.
Stadtgrundriss von Bannasch:
https://www.leo-bw.de/web/guest/detail-gis/-/Detail/details/DOKUMENT/kgl_atlas/
HABW_04_11_Freudenstadt/
Grundrisse+neuzeitlicher+St%C3%A4dte+II%0AFreudenstadt