Die Lage der geplanten Stadt auf der Hochfläche zwischen Schöllkopf (Kienberg) und dem
nach Norden ansteigendem Kohlstätter Hardt begünstigte eine aufzubauende
Wasserversorgung. Denn auf beiden Seiten gab es zahlreiche Quellen. Da die zu
bebauende Fläche tiefer lag, bestand das Problem "nur" darin, das Wasser in die
Stadt zu leiten. Man musste also nicht in die Tiefe graben um über Ziehbrunnen
an mögliches Grundwasser heranzukommen.Das preiswerteste Baumaterial für die notwendigen Wasserleitungen war natürlich Holz, deshalb benutzte man "Teuchel", aufgebohrte Holzröhren aus Baumstämmen (meist Fichte oder Tanne).
Das Wasser wurde also aus zwei Quellgebieten mit natürlichem Gefälle zugeführt, wie z.B. aus dem Langenwald (Richtung Kniebis).
Für die Leitung zur nächstgelegenen Quelle, ca. 1000 Meter von der Stadtmitte entfernt, benötigte man 2400 Rohrstücke, die nicht länger waren als ca. 50 Zentimeter.(4)

So wurden bis zu 19 Brunnen versorgt, der Hauptbrunnen mitten auf dem Marktplatz, der sog. Wachthausbrunnen (= der spätere Neptunbrunnen) wurde gar durch vier Röhren versorgt, der Rathausbrunnen (= der spätere Herzog-Carl-Eugen-Brunnen) und der Brunnen am Waschhaus (= der spätere Gerechtigkeitsbrunnen, auch Themisbrunnen, bzw. Justitiabrunnen genannt) durch jeweils zwei Röhren.
Von den genannten 19 Brunnen wurden acht allerdings erst im Jahr 1850 errichtet.(4) Diese waren natürlich in Stein gefasste Brunnen. Alle Brunnen waren anfänglich reine Holzbrunnen. Neben die Brunnen baute man auch noch sogenannte "Wetten". Das waren künstliche Wasserbecken die wegen der erhöhten Brandgefahr als "Feuerseen" angelegt wurden.
Daneben entstanden teilweise Waschhütten der Stadtbewohner.(3) In Beschreibungen aus dem 19. Jahrhundert wurden diese Waschhütten als "sehr unsauber" geschildert.
Im Jahr 1742 wurden drei abgerissen und dafür
zwei neue und größere gebaut, eine am Färberbrunnen (links) ***
und eine größere am
Marktbrunnen. Letztere war ca. 34 Schuh lang und 24 Schuh
breit (= ca. 10 X 7 Meter) und enthielt eine gemauerte Küche. Die dort
benötigten eisernen Waschkessel wurden im Christophstal hergestellt, wogen
zusammen 797 Pfund und kosteten 79 Gulden 42 Krone.
Beteiligt war der Maurermeister Christoph Wälde und seine Söhne. Er war ein Vorfahre des späteren, sehr geschätzten Stadtbaumeisters Jakob Wälde, der den Friedrichsturm baute. Auf ihn geht das "Wälde-Album" zurück.
Im Winter wurden die Brunnentröge übrigens mit Dung umkleidet um sie vor der Witterung zu schützen.(3)
Nasses Holz fault schnell. So entstanden für die Stadt von Anfang an ständig hohe Kosten für Ausbesserung und Erneuerung. Es musste bald eine schnellere Produktion von Röhren angestoßen werden.

Dafür wurden eigens "Teuchelstühle", das waren die "Bohrmaschinen" für die Röhren, angeschafft. Außerdem wurde der neue Beruf des "Bronnenmeisters" geschaffen. Am Unterhalt der Brunnen waren viele Handwerker beteiligt: Schmiede, Schlosser, Seiler, Zimmermeister, Maurer, Nagelschmiede, Küfer und Fuhrleute verdienten daran.
Nicht nur die Stadt war auf das Quellwasser angewiesen, auch Wiesen mussten teilweise künstlich bewässert werden. Dazu wurden Röhren oder Gräben, sog. "Kühener", benutzt. Deren Gebrauch war zeitlich streng geregelt und überwacht. Verstöße kosteten einen Gulden.(3)
Erst 1878 wurde mit einem Kostenaufwand von 150 000 Mark ein erstes Reservoir mit 294 Kubikmetern, 12 Meter tiefer als die Quellfassung und 31 Meter höher als die Stadt geschaffen, dazu eine Versorgung durch gusseiserene Röhren. (6)
Freudenstadt liegt direkt auf der Wasserscheide zwischen Rhein und Neckar im Nordschwarzwald. Auf einer Höhe von ca. 732 m ü. NHN trennt die Stadt die Einzugsgebiete:
Wasser, das nach
Westen (z.B. über die Murg) abfließt,
gelangt in den Rhein, während Wasser, das nach
Osten
(z.B. über die Glatt) fließt, zunächst den
Neckar erreicht und
über diesen dann ebenfalls den Rhein erreicht.
1. Der Marktplatzbrunnen ("Wachthausbrunnen", "Hauptbrunnen" - später: "Neptunbrunnen")
Ziemlich genau in der Mitte des Marktplatzes, geradezu als Markierungspunkt von Mitte und Wasserscheide stand der Hauptbrunnen. Wegen seines Standortes beim Wachthaus in der Mitte des Marktplatzes wurde er auch Wachthausbrunnen genannt.
Alte Bilder vermitteln noch heute seine ursprüngliche zentrale Lage. (Der Baum auf dem zweiten und dritten Bild (10) ist der Mammutbaum, auf dem ersten Bild steht dieser zwischen den Tennisplätzen.)
Im heutigen Stadtbild würde der Brunnen mitten auf der Straße zwischen Venusfigur und Stadthaus stehen.
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1763 wurde er zum Neptunbrunnen von Johann Jakob Reich umgebaut. J.J.Reich gehörte einer alten Maurer- und Steinhauerfamilie in Dornstetten an. Statt des hölzernen wurde ein steinerner Brunnentrog ausgeführt, der nach dem Beschluss des Magistrates vom Mai 1762 statt 40 künftig 500 Eimer Wasser fassen sollte. Die Brunnensäule trägt auf ihrem Kapitell eine Statue des Meeresgottes Neptun.

Dieser war ursprünglich
vermutlich der Gott der fließenden Gewässer, der springenden Quellen oder sogar
des Wetters. Ab dem beginnenden 4. Jh. v. Chr. wurde er auch zum
Gott des Meeres. Damit wurde er zweitmächtigster Gott des Olymps.
Unter
den mythologischen Figuren, die seit dem 16. Jhd. als Brunnenverzierung beliebt werden, nimmt Neptun die erste Stelle ein, im Gefolge von Najaden, Nereiden, Tritonen und Seepferden.Mehr lokaler Natur sind Wappentiere (Bär, Greif, Löwe), oder Wappenhalter mit dem Wappenschild oder Landsknechte u. dgl. - Der Neptunbrunnen in Bologna von Giovanni Bologna diente in der Renaissance-Zeit als Vorbild für zahlreiche Monumentalbrunnen in Italien und Deutschland. Siehe Bild rechts. Ein schönes Beispiel davon steht in Tübingen, der 1617 von Schickhardt entworfen wurde.
Charakteristisch sind auch
Ehrensäulen für die Städtegründer, z.B. Kaiser Augustus auf
dem Augustusbrunnen in Augsburg, oder alte Helden.
Den Säulenschaft des Freudenstädter Brunnens schmücken drei ovale Kartuschen, die eine mit dem Stadtwappen, die anderen mit Inschriften versehen, die den Brunnen Herzog Carl Eugen (Karl) von Württemberg (1728 - 1793) widmen. Die Meisterinschrift befindet sich am Fuß der Säule, zwischen den Ovalen und dem Akanthusblattkranz. Eine große volutenumrahmte Steintafel enthält die lateinische Inschrift zu dieser „Restaurierung" des Jahres 1763.
Bei der Beschießung 1945 wurden der Neptunbrunnen
beschädigt und seine Inschriften zerstört.
1951 trug man den Brunnen als Verkehrshindernis ab und
errichtete ihn 1953 an der heutigen Stelle beim Stadthaus wieder. Die beschädigten und zu
ersetzenden Teile arbeitete der Stuttgarter Bildhauer Wilhelm Schönfeld aus.
Auch die Köpfe der Wasserspeier mussten erneuert werden. Durch die
Restaurierung war der Brunnen, abgesehen von der Figur, in gutem Zustand. Die
über 200 Jahre alte Neptunstatue hatte jedoch durch Verwitterung so sehr
gelitten, dass mit ihrem endgültigen Zerfall in kurzer Zeit gerechnet werden
musste. Die Statue wurde deshalb 1975 von der
Bildhauerwerkstätte Volker Dursy in Ladenburg abgenommen und restauriert. Von
der Statue und dem Kapitell wurden eine mehrteilige Silikonkautschukform
gemacht und ein Abguss in mineralgesättigtem Epoxydharz hergestellt. Der
Dreizack wurde originalgetreu in Kupfer erneuert.(5)
2. Der Gerechtigkeitsbrunnen (auch "Themisbrunnen" bzw. "Justitiabrunnen")


Drei Jahre nach dem Umbau des Neptunbrunnens durch Johann Jakob Reich war im Jahre 1766 auf dem Unteren Marktplatz gegenüber der alten Vogtei der von Christian Weiden (Wälde) gearbeitete Gerechtigkeitsbrunnen aufgestellt worden. Vielleicht der älteste Brunnen mit derselben Symbolik und damit ein Vorbild für viele andere in Deutschland steht in Frankfurt a.M., dessen Ursprung auf das Jahr 1541 zurückgeht.
Die mit drei Stadtwappen
und Fruchtgehängen geschmückte Säule des Brunnenstockes trägt auf ihrem flachen
Kapitell eine Statue der Justitia mit Schwert und einer (inzwischen
verlorengegangenen) Waage.
3.
Christian Weiden hat wohl auch die Pläne zu dem dritten Freudenstädter Brunnen, dem Herzog-Carl-Eugen-Brunnen, geschaffen. Dieser wurde 1780 aufgestellt.
Die obere Schale und die
Springbrunnen wurden bei der Anlage der Wasserleitung 1879 hinzugefügt. Der
Erhaltungszustand war bei diesem Brunnen ebenso schlecht wie beim
Gerechtigkeitsbrunnen. Die achtseitige Einfassung wurde von Dursy 1975 kopiert,
ebenso der Brunnenstock mit seinen reichen Ornamenten. Die sitzende Figur des
Herzogs wurde nach ihrer Restaurierung und Reinigung, wie die Metallschale und
die acht wasserspeienden Löwenköpfe auf der Einfassung, abgegossen. Auch die
Wasserführung und die statische Konstruktion mussten erneuert werden.(5)
Sonntags soll der Brunnen auch als Springbrunnen in Aktion getreten sein.(8)

Alle drei Brunnen sind eng mit der Herrschaftszeit (1737-1793) und der Person des Herzogs Carl-Eugen verknüpft. 1737 stand er noch unter Vormundschaft, ab 1744 übernahm er die alleinige - rund 50-jährige - Regentschaft. Er wird als äußerst widersprüchliche Person beschrieben, die sich vom zügellosen jungen Mann zum geläuterten älteren Herrscher gewandelt haben soll. Diese Wandlung wird vor allem (u.a.) dem Einfluss seiner zweiten Frau, Franziska von Hohenheim, zugeschrieben.
Vergleiche dazu die Beiträge von J. Moosdiele-Hitzler: Franziska von Hohenheim - Carl Eugens "irdische Urania"?... und E. Fritz: Der barocke und der aufgeklärte Landesfürst - ein Gegensatz?... in (9)
Der "Fürstenbrunnen" verdankt seine Existenz einem Besuch des Herzogs, zusammen mit seiner 2. Frau Franziska v. H. in Freudenstadt. Sie soll den Ärmeren im Ort huldvoll ein Geldgeschenk überreicht haben. Deshalb glaubte der Gemeinderat, er müsse mit diesem Brunnen daran erinnern.(8)
Die Brunnenumbauten in Freudenstadt fallen somit in die Zeit des "aufgeschlossenen Herrschers". Näheres: Siehe Wikipedia und (7),(9).
Dazu passt auch, dass der Herzog mit seinen Verordnungen auf die besondere Bedeutung der Wasserversorgung im Brandfall aufmerksam machte und im Blick behielt.
Der Feuerpolizei wandte der Herzog besondere Aufmerksamkeit zu. Die
polizeilichen Vorschriften der Landesordnungen zur Verhütung von Feuersgefahr
wurden durch eine Landfeuerordnung vom 12. Januar 1752 ergänzt. Diese allgemeine Brandfeuerordnung von 1752 und
mancherlei einzelne Erlasse, wie solche gegen die Stroh- und Schindeldächer und
gegen die Rauchküchen, formulierten genaue Vorschriften zur Verhütung und
Bekämpfung von Feuersbrünsten. In jener Ordnung wurde äußerste Vorsicht im Umgang mit Feuer
eingeschärft und sorgfältige Feuerschau angeordnet. Auf jeder Bühne sollte ein
größeres Gefäß mit Wasser aufgestellt sein, die so oft versagenden Ziehbrunnen
sollten in Pump- und Röhrenbrunnen verwandelt werden.
Wie seither sollte jeder neue Bürger und Neuverheiratete einen Feuereimer dem Rathaus stiften. In jedem Ort ohne Bach sollten Wasserfässer auf Karren oder Schlitten bereitgehalten werden, Städte und womöglich Dörfer sollten Feuerspritzen, jedenfalls auch Haus- und Hand(druck)spritzen anschaffen.

Bei Feuerausbruch hatte jedermann mit dem seinem Beruf angemessenen "Geschirr" anzutreten. Der Staatsbeamte (statt "Vogt" tauchen nun die "Oberamtmänner" auf) hatte sofort die Leitung bei Löschungsarbeiten zu übernehmen, der Magistrat der Amtsstadt sich auf dem Rathaus zu versammeln, um nötigenfalls eine oder mehrere "Rotten" Bürger bis auf eine Entfernung von sechs Stunden auszusenden. Vor dem Rathaus hatten mindestens sechs Metzger mit gesattelten Pferden zu erscheinen, um nach Hilfe zu reiten, wovon einer, nötigenfalls mit überall zu beschleunigendem Pferdewechsel, zum Herzog zu reiten hatte. Das Lösch- und Rettungswesen der Gemeinden ordnete neu eine Verordnung vom 17. Mai 1783.
Leicht lässt sich daraus folgern, wie wichtig jeder Brunnen und jede Wasserstelle für den Ernstfall war. Freudenstadt war also in dieser Zeit relativ gut gerüstet.
Der Herzog ließ auch die Bergbautätigkeiten und ihre
Rentabilität überprüfen. Das Holzgeschäft mit den
Holländer-Stämmen scheint damals weit mehr eingebracht zu haben als der Bergbau im Christophstal.

Auffallend an der Skulptur des Herzogs sind vor allem die Widersprüche, die sich durch
ihre Einzelheiten ergeben:
Auf dem Kopf trägt er den sog. "Fürstenhut", der
seine Macht und Herrschaft repräsentiert.
Im Bild rechts wurde
dieser aus dem gleichen Grund extra auf dem Hocker platziert.
Man hätte diesen Fürstenhut auch als "Kopfstück" auf das Wappen setzen können,
was der üblichen Wappendarstellung entsprochen hätte. - Siehe die Wappenbilder
unten.
Das Obergewand (Hemd)
wirkt mit seinen aufgerollten Ärmel bürgerlich und volkstümlich - fast
wie aus unserer Zeit. Es entspricht in keiner Weise einem "fürstlichen"
Kleidungsstück.
Über der linken Schulter trägt er allerdings noch
einen "Überwurf", den man als Haus- oder Bademantel bzw. als Schlafrock deuten
kann. Dieser verdeckt auch die Beine des Herzogs.
Die ganze Figur
wirkt völlig entspannt. Der leicht gedrehte Kopf und seine Augen lassen
keine bestimmte Blickrichtung erkennen. Arme und Hände stützen ganz
leicht das Wappen und eine "Muschelschale" mit Blumen und Obst auf
seinem Schoß.
Auch der sichtbare Fuß scheint beim Original
eher "nackt" als bekleidet gewesen zu sein. Alles deutet auf eine
ganz "private Situation" hin, möglicherweise auf die "Ruhe nach dem Bade".
Aber er trägt dazu den "Fürstenhut".
Der Herzog lehnt sich an ein Füllhorn - besser - er sitzt geradezu in ihm,
als würde das Füllhorn den Herzog "spendieren". Was unter seinen
Füßen hervorquillt, kann wegen der tropfenförmige Struktur bei bestem
Willen nicht als "Geld" interpretiert werden.
Im rechten Bild
dagegen präsentiert sich der Herzog in seiner Pose und mit "Blick von oben"
in seiner ganze "Macht und Herrlichkeit". Auch seine Bekleidung
mit der Ordensschärpe unterstreicht seine hervorgehobene Stellung.
Die Darstellung auf dem
Brunnen könnte im Vergleich dazu nicht gegensätzlicher sein. Sie dürfte sowohl in Bezug auf den Herzog wie auch als
Brunnenmotiv einzigartig sein!
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Freudenstadt Brunnen Ausschnitt |
Loßburg Ofenplatte -Heimatmuseum 1781 |
St. Agatha Kirche in
Endersbach Emporenbild Wikipedia |
Grundlage des herzoglichen Wappens ist das Württembergische Allianzwappen. Normalerweise ist es bekrönt und von Blattwerk umgeben. Im Wappenschild sind die jeweiligen Insignien des Herrschaftsgebietes zu sehen. Drei übereinander liegende Hirschstangen stehen für die Grafen von Württemberg; zwei Barben stellen die Grafschaft Mömpelgard dar; die Rauten repräsentieren die Herzöge von Teck; der Adler auf der Fahne vertritt den Herzog Eberhart im Bart; das Brustbild eines bärtigen Mannes ist dem Wappen von Heidenheim entlehnt. Die Initialen CHZW stehen für Carl Herzog zu Württemberg.

Als man für den Uhrenturm der Kirche im Jahr 1599 eine große Tanne fällte und den Wurzelstock derselben ausgrub, sprudelte eine frische Quelle hervor. Leider ist nicht vermerkt, wie man mit dieser umging. Auffallend ist jedoch die oft erwähnte Feuchtigkeit in der neu erbauten Kirche. Diese hatte die neue (von Konrad Schott erbaute) Orgel relative schnell ruiniert.(3, Seite 79)
Der Wappenstein mit Fratze (Bild links) wurde als einziger Rest des früheren Loßburger Tors in die Wand des Kurhauses eingesetzt.
Er befindet sich an der langen Galerieseite außen (Lauterbadstraße). Wenn er ursprünglich tatsächlich auch als Wasserspender und Kleinstbrunnen am Loßburger Tor genutzt wurde, spendete er Reisenden eine willkommene Erfrischung..

Radierung: Walter Romberg (1898–1973), Stuttgart
Anmerkungen:
***
Unter dieser facebook-Adresse findet man ein schönes Bild von dem nicht mehr existierenden Färberbrunnen.
Er wird in der Literatur auch als "Gerberbrunnen" genannt. Beide Namen verweisen auf den hauptsächlichen Gebrauch durch die benannten Handwerkszünfte.
Er stand etwa dort, wo sich heute das Freiland-Schachfeld befindet!
https://www.facebook.com/FreudenstadtDamals/posts/der-blick-von-der-post-in-richtung-roseneck-um-die-jahrhundertwende-und-heute-da/815098533992959/
Jakob Wälde
Baumeister (1830-1895) stellte ab 1856 eine Bilderchronik mit Zeichnungen, Plänen, Fotos, Zeitungsausschnitten, Ansichtskarten und Festabzeichen zusammen.
Später gaben auch andere Personen Material zu diesem Album dazu. Nachzulesen in: Freudenstädter Heimatblätter Band X Nr. 6 1966.
Höhenkarte
Alle Bilder können im vergrößerten Format angeschaut werden: Mit rechter Maustaste anklicken und "Bild im neuen Tab öffnen" wählen.
Themis
Themis war die Göttin der Gerechtigkeit, Ordnung und Gesetzmäßigkeit. In der griechischen Mythologie wird sie als Titanin und Gattin des Zeus benannt.
Sie wurde oft der römischen Göttin Justitia gleichgestellt. Themis steht jedoch mehr für das göttliche Naturrecht, während Justitia mehr das strafende Recht verkörpert.
Beide werden oft mit Waage (Abwägen), Schwert (Durchsetzung) und Augenbinde (Unvoreingenommenheit) dargestellt, Symbole, die für moderne Justizgebäude typisch sind.
So nannte man das geschlagene Holz aus dem Schwarzwald, das man auf der Nagold, Enz, dem Neckar und Rhein, zu Flößen zusammengebunden bis nach Holland transportierte.
Metzger
Im 16. und 17. Jahrhundert übernahmen Metzger, die aufgrund ihrer Berufsausübung ohnehin viel reisten, den Transport von Briefen und Paketen, was als Metzgerpost bekannt wurde.
Metzger boten diese Dienste auf ihren Reisen zwischen verschiedenen Orten an, da sie sich als "fahrende Händler" gut dafür eigneten. Es war eine frühe Form des Postwesens.
Herzog Johann Friedrich von Württemberg erließ beispielsweise 1622 eine Post- und Metzgerordnung, die vorschrieb, dass an Postorten "drei gute Pferde" für die Metzgerpost bereitgehalten werden mussten.
Diese Form der Nachrichtenübermittlung wurde gegen Ende des 17. Jahrhunderts bis ins 18. Jahrhundert durch die strukturiertere Kaiserliche Reichspost unter Thurn und Taxis sowie durch staatliche Postanstalten abgelöst.
Quellen:
(1)
Emser Hefte, Jg.13.Nr.3 Juli-Sept. 1992, Bergbau und Mineralien von Freudenstadt/Schwarzwald, Doris Bode Verlag, Haltern
im Württembergischen Schwarzwald, bearbeitet von Stadtschultheiss Hartranft, 5. Vermehrte Auflage, M.-Verlag der Schlaetz’schen Buchhandlung, 1913
(3)
Prof. Dr. Manfred Eimer: Geschichte der Stadt Freudenstadt, Oskar Kaupert, Freudenstadt, 1937, Seiten 172/173
Beschreibung des Oberamts Freudenstadt, Stuttgart, 1858
(5)
Hans Huth: Die Restaurierung der Brunnen am Marktplatz in Freudenstadt,
https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/nbdpfbw/article/view/14608/8481
(6)
Die Art der Wasserversorgung der Städte des Deutschen Reiches mit mehr als 5000 Einwohnern, Hygiene-Ausstellung 1883 in Berlin, gesammelt von E. Grahn,Verlag R. Oldenburg, München und Leipzig
https://books.google.de/books?id=_DYyAQAAMAAJ&printsec=frontcover&hl=de&source=gbs_ge_summary_r&cad=0#v=onepage&q&f=false
(7)
Herzog Karl Eugen von Württemberg und seine Zeit. Herausgegeben vom
Württembergischen Geschichts- und Altertums-Verein
https://archive.org/details/herzogkarleugenv01wr/page/n13/mode/2up
(8)
Freudenstadt zu Hartranfts Zeiten - mit Bildern des Stadtarchivs Freudenstadt aus den Jahren 1850-1950, Geiger-Verlag, Horb a.N., 1983
(9)
Wolfgang Mährle (HG): Aufgeklärte Herrschaft im Konflikt. Carl Eugen von Württemberg 1728 - 1793 Kohlhammer, Suttgart, 2017
Bilder:
Die meisten Bilder sind bei Wikipedia unter "Wiki commons" zu finden.
Wenn keine Hinweise erfolgen, handelt es sich um private Aufnahmen.
(10)
Das Bild stammt von Lutz Lüders (1942–2004)
Er war ein deutscher Grafiker, der insbesondere in der DDR durch seine künstlerischen Arbeiten bekannt wurde.





