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Der Tod des Grafen Konrad von Tübingen und Lichteneck Eine "peinliche" Kriminalgeschichte
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Gemeinsam
mit Dr. Matthäus Enzlin und dem kurländischen Edelmann Christoph
Firx (bzw. Firchs) unternahm Konrad im Frühsommer
1600 im Auftrag des Herzogs eine Reise nach Hagenau.
Auf der Rückreise, kurz
vor Bischweiler habe sich Konrad im betrunkenen Zustand in der
Kutsche sehr „unanständig“ gegen seinen neben ihm sitzenden, schlafenden
Begleiter, nämlich Firx, benommen.(1)
(5)
Die alternative Möglichkeit, dass ein Gefäß mit
Getränke umgestoßen worden sein könnte, ist weniger plausibel. Dann wären
wohl nicht nur die Stiefel „benetzt“ geworden. Auch die Formulierung „sine
pudore“ weist auf ein „Einnässen“ hin.Meine persönliche Interpretation des bisherigen Vorgangs lautet:
Firx hat dieses „despektierliche“ Verhalten wohl Konrad vorgehalten, was diesem wahrscheinlich sehr „peinlich“ wurde, da ja auch Enzlin als Mitreisender und die Kutscher die ganze Geschichte mitbekommen hatten. Also musste er sein „Ehre“ retten, indem er Firx herausforderte.

20. Juni
21. JuniAber zur Beurteilung der Beteiligten
muss noch ein Umstand erwähnt werden, der außerhalb des Tatgeschehens
angesiedelt ist:
Höchstwahrscheinlich war diese Unterschlagung bis zur
Flucht von Firx am 23. Juni 1600 nicht bekannt geworden.
Könnte es sein, dass Enzlin davon wusste oder daran
beteiligt war und geschwiegen hat?
Dies würde wiederum erklären, warum er Firx nach dem
tödlichen Stich davongejagt und keinen Versuch unternommen hat, mit Hilfe
der Kutscher Firx zu entwaffnen oder gar „festzunehmen“.
A3
Es wurde wohl vermutet, dass Firx sich in den Süden abgesetzt habe. In
Wirklichkeit hatte er aber ein ganz anderes Ziel. Da er zum
Kurländisches Adelsgeschlecht gehörte und sein Vater
Jürgen (kurländischer Rat und Hauptmann von Goldingen) im Jahr 1600
gestorben war, trat er dessen Nachfolge an und wurde kurländischer Rat,
Oberburggraf und Kanzler. (+1649) Sein Wohnsitz war das
Schloss von Nurmhusen (Nurmuiža) in im heutigen Ort Lauciene im Bezirk
Talsi im westlichen Lettland.
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Es handelt sich um die gleiche Person, die das Kloster Reichenbach am 24. Oktober 1595 zusammen mit Hauptmann Grimmeisen "eingenommen" hat. Siehe:
https://krafftinfds.com/Reichenbach/index.php
Enzlin und Firx müssen in einem näheren Verhätnis zueinander gestanden sein, denn Firx hat bei Enzlin 1588 eine juristische Dissertation geschrieben(4). Beide waren mehrfach zusammen in gleicher Sache für den Herzog unterwegs.(2)
Da dieses Schreiben "verloren ging", konnte Herzog Friedrich sich wohl der
Verpflichtung entziehen die genannte Summe an Graf Eberhard auszubezahlen.
Bilder:
Alle Bilder
sind im Austausch mit KI enstanden und von KI gestaltet worden. Sie erheben
keinen Anspruch auf historische Richtigkeit von Details, sondern dienen der
Illustration der Geschichte.
Quellen
Ludwig Schmid, Geschichte der Pfalzgrafen von Tübingen, nach meist ungedruckten Quellen, nebst Urkundenbuch, Stuttgart 1853, insbesondere S. 588–591. Die entscheidenden Angaben über Konrads, Enzlins und Firx' Berichte, den Tathergang, die Kutscherverhöre, die Flucht und das pfälzische Verfahren stammen aus diesem Abschnitt.
Albert Eugen Adam (Bearb.), Württembergische Landtagsakten
unter Herzog Friedrich I., II. Reihe, Bd. II/2, Stuttgart 1911.
Besonders relevant sind die Nachweise zu Christoph Firx/Fircks,
seinem Auftrag 1599 mit den 100 Dukaten, sowie die spätere
Feststellung, dass die Summe dem kaiserlichen Sekretär nicht übergeben
worden war.
Digitalisat der Württembergischen Landtagsakten II/2
Hohenlohe-Zentralarchiv Neuenstein, Bestand Wa 25 Kanzlei
Waldenburg, Bü 218, Altsignatur XXI E 60, Laufzeit 1600:
Tod Graf Konrads von Tübingen nach einer schweren Verwundung durch den
württembergischen Rat Christoph Firx.
Archivportal-D: Wa 25 Bü 218
Universitäts- und Landesbibliographie / LEO-BW, Nachweis der
juristischen Dissertation von Christoph Firx unter dem Präsidium Matthäus
Enzlins (Tübingen 1588).
LEO-BW: Matthäus Enzlin / Christoph Firx
Frühneuhochdeutsches Wörterbuch, Lemma „netzen“:
historischer Wortgebrauch von netzen auch im Sinne von „urinieren“.
Frühneuhochdeutsches Wörterbuch: „netzen“
Wikipedia zu den Suchbegriffen: "Waldenburger Fastnacht" - "Tübingen_(Adelsgeschlecht)" - "Schloss Nurmusen"