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Graf Friedrich und das Schicksal von
Héricourt
Das doppelte Leiden einer Bürgerschaft |
Héricourt

Gegen Ende des 12. Jahrhunderts wurde die erste Burg
erbaut, und Héricourt wurde damit zum Burgflecken. Im 14. Jahrhundert
erhielt das Städtchen Freiheitsrechte. Die Herrschaft Héricourt befand sich
zunächst unter der Oberhoheit der Herzöge von Burgund, ging aber durch eine
Erbschaft 1397 an die Grafen von Mömpelgard über. Mit der Einführung der
Reformation wurde Héricourt um 1565 protestantisch. Damit entbrannte aber
auch ein langjähriger Konflikt, in dem sich territoriale Ansprüche,
Religionspolitik, dynastische Interessen und die Frage der politischen
Souveränität exemplarisch miteinander verbanden.
Héricourt war keine beliebige Gemeinde im Umfeld von
Mömpelgard, sondern eine der Herrschaften, über die Friedrich als Graf von
Mömpelgard die Landesherrschaft ausübte. Die Vorgänge berühren deshalb
unmittelbar sein Verhältnis zu den Rechten und Pflichten seiner Untertanen.
Das Dokument Nr. 508 der Deutschen Reichstagsakten vom
Reichstag zu Regensburg 1594
Zur Vorgeschichte - Dokument Nr. 508 :
Herzog Ulrich von Württemberg erwirbt 1506 die Rechte
an Héricourt, Clémont und Châtelot von Ferdinand von Neufchâtel und Montagu.
Die Grafen Wilhelm von Fürstenberg und Felix von
Werdenberg setzen sich entgegen dem Testament Theobalds IX. gewaltsam in den
Besitz der Herrschaften.
Später gelangen die Ansprüche an die Grafen von
Salamanca-Ortenburg.
Am 15. März 1561 überfiel Claude-François de Rye die
Stadt und das Schloss Héricourt.
Am 11. Juni 1561 wurde Héricourt für den noch jungen Friedrich von Mömpelgard zurückerobert.
1564 De Rye unternahm drei Jahre später einen weiteren, erfolglosen Überfallversuch.
1574: Ein langwieriger Prozess vor dem
Reichskammergericht endet zunächst ohne endgültige Klärung.
1588: Der Rechtsstreit wird erneut an das
Reichskammergericht verwiesen.
1589: Die Grafen von Ortenburg übertragen ihre
beanspruchten Rechte an Léonor Chabot, Graf von Charny.
Friedrich vertritt also1594 auf dem Reichstag einen territorialen
Anspruch, der sich auf den Erwerb von 1506 und eine lange Prozessgeschichte
stützt.
Die Ereignisse um Héricourt 1587/1588 müssen
als eine kurze Episode innerhalb dieser jahrzehntelangen Auseinandersetzung betrachtet und gewertet werden.
Was war geschehen?
Die folgende Darstellung stützt sich hauptsächlich auf die
Quellen (2) und
(4), die ohne die
Mitarbeit des
Der historische Hintergrund
(A1)
Hennui: - A7

Friedrich hatte sich durch seine Unterstützung von Heinrich von Navarra früh in französische Angelegenheiten und in den Religionsstreit eingemischt und sich dadurch die Feindschaft der Guisen zugezogen. Diese fielen die 1587 in Mömpelgard ein und es kam zu erheblichen Verwüstungen.
Charles, Graf von Mansfeld, hatte einen Teil seiner Lothringer Truppen unter dem Befehl des Herrn von Saint-Barlemont abgestellt, um sich Héricourts zu bemächtigen.
Die militärische Ausgangslage
Héricourt verfügte über eine Garnison von lediglich 120 Mann, überwiegend Einwohner der Gegend. Kommandant war Hauptmann Étienne Saige (A0), ein aus Besançon stammender Glaubensflüchtling. Die Stadt war schlecht mit Lebensmitteln und Munition versorgt.
Die Angreifer gingen schrittweise vor: Sie besetzten zunächst die außerhalb der Stadtmauern gelegenen Mühlen. Sie richteten vier aufeinanderfolgende Aufforderungen zur Übergabe an die Einwohner.
Gérard de Reinach (der kaiserliche Feldmarschall) erschien schließlich persönlich vor dem Tor von Brevilliers. Seine Begleitung drohte mit vollständiger Zerstörung der Stadt, Feuer und Plünderung sowie schweren Gewalttaten gegen Frauen und Mädchen. Die Drohungen waren offenbar außerordentlich drastisch. Die Einwohner fürchteten nicht nur um die Stadt, sondern auch um die umliegenden Dörfer. Die dortigen Bauern, die ebenfalls zur Verteidigung herangezogen worden waren, mussten mit der Zerstörung ihrer Heimatorte rechnen. Deshalb entsandten die Einwohner vier Vertreter nach Argiesans, um über die Übergabebedingungen zu verhandeln.
Am 14. Januar 1588 wurde die Kapitulation
beschlossen.
Vertragspartner waren: Gérard de Reinach, Herr von Saint-Baslemont, Jean de Cobreville, Großpropst der Ardennen, der behauptete, den Herzog von Parma zu vertreten und die "Meisterbürger" von Héricourt im Namen der Einwohner.
Der
Vertrag enthielt bemerkenswerte Zugeständnisse:
Hauptmann Saige und seine Soldaten erhielten freien Abzug. Die genannten
Herren durften mit ihrem Gefolge in die Stadt einziehen und es sollten 25
Arkebusiere dort stationiert bleiben, um bei der Bewachung der Stadt zu
helfen.
Die Einwohner von Héricourt hatten allen Grund die feindlichen Truppen zu fürchten. Hennui berichtet ausführlich über die Grausamkeiten der Soldaten - ich zitiere nur einige Ausschnitte:
Viele Einwohner wurden misshandelt. Manche wurden
geschlagen, andere gefesselt und fortgeschleppt. Die Menschen versteckten
sich in den Wäldern und Höhlen, um den Soldaten zu entgehen. Dort mussten
sie häufig unter großen Entbehrungen leben.
Die Soldaten durchsuchten die Häuser und suchten nach
allem, was sich mitnehmen ließ. Selbst das Vieh und die landwirtschaftlichen
Vorräte wurden ihnen weggenommen.
Mehrere Ortschaften im Umfeld von Montbéliard erlitten die größten Schäden. Für Étupes wurden diese auf 22.533 Gulden, für Villars auf 8.142 Gulden berechnet.
Der Weiler Charmontet in der Nähe von Montbéliard wurde vollständig niedergebrannt. In Allondans wurden zahlreiche Einwohner zu Opfern ihrer Grausamkeiten. Man machte sie durch Schläge und Folter gefügig, um von ihnen zu erfahren, wo sie ihr Geld versteckt hatten oder wo sie es aufbewahrte In Audincourt und Étouvans wurden mehreren Menschen die Köpfe so heftig mit Stricken zusammengeschnürt, dass ihnen das Blut aus allen Seiten hervortrat. In Mandrevillars und Étobon wurden die Einwohner an Pfosten gebunden; anschließend verbrannte man ihnen Bärte und Haare.
Andere wurden in Höhlen, Ställen und Kellern
eingesperrt, wo man sie folterte. Die unglücklichen Bauern, die durch die
Folter zur Verzweiflung gebracht worden waren, versprachen dreimal mehr, als
sie überhaupt geben konnten, und bezahlten häufig ihre Versprechen mit ihrem
Leben.
In Montbéliard wurden ein Vater und seine drei Kinder
in einem Brunnen verbrannt; ein anderer Mann wurde von einer Leiter
herabgestürzt und starb.
Die Frauen und Mädchen erlitten ebenfalls die
Grausamkeiten der Soldaten. Die Einwohner von Valentigney und den
umliegenden Ortschaften behaupten, dass mehrere dieser Mädchen öffentlich
auf dem Markt von Vannes verkauft worden seien.
Von den 33 Dörfern in der Herrschaft wurden 27 mehr
oder weniger schwer geschädigt. Das Dorf Saurmont, das dem Fürsten von
Montbéliard gehörte, erlitt dabei eine vollständige Verwüstung.
Die Plünderungen im Umfeld von Héricourt
Die geraubten Vorräte und das Vieh. - Besonders interessant ist die zahlenmäßige Aufstellung die Hennui nennt:
50.890 (Säcke?) Maßeinheiten Getreide (Weizen).
91.196 Maßeinheiten Hafer.
29.616 Maßeinheiten Roggen und Gerste.
3.974 Fuhren Heu.
1.180 Fuhren Stroh.
Anschließend beschreibt Hennui, wie die Soldaten die Häuser ausräumten. - Sie zertrümmerten Truhen und hölzerne Möbel mit Äxten und Beilen und zwangen die unglücklichen Bauern, ihre verborgenen Besitztümer preiszugeben. Eine weitere Passage schildert, wie Soldaten einen Blinden auf eine Bank setzten und ihn verspotteten. Die Soldaten warfen unterwegs die Gegenstände, Betten und Wäsche weg, die sie nicht mitnehmen konnten.
Die Bewohner der Dörfer kamen in großer Zahl nach
Héricourt, um Getreide zu kaufen. Die einen bezahlten mit ihren
Ersparnissen, andere verkauften ihre Pferde, um Geld dafür zu erhalten.
Einige mussten zwei Viertel Getreide für fünf Franken und oft noch weniger
kaufen.
Während diese Exzesse in der Grafschaft Montbéliard stattfanden, hatte sich Charles, Graf von Mansfeld, ein Verbündeter der Guise, in der Herrschaft Granges niedergelassen. Sein Hauptquartier befand sich im Schloss Granges. Dessen Kommandant hatte ihm bei der ersten Aufforderung die Tore geöffnet.
Mansfelds Truppen waren in dieser Herrschaft
einquartiert und belasteten die Bewohner der umliegenden Orte, ohne
allerdings zusätzlich Brände und weitere Ausschreitungen zu verursachen.
Hennui, Seite 71 - A7
Die neun Tage unter lothringischer Besatzung
Die Besetzung dauerte nur neun Tage. Tuetey schildert, dass die
Lothringer trotz der vertraglichen Zusicherungen den katholischen
Gottesdienst wieder einführten, mehrere Messen feiern ließen, am Donnerstag vor
ihrem Abzug öffentlich eine Bibel in der Volkssprache und weitere religiöse
Bücher verbrannten.
Zwei Tage nach dem Einzug von Gérard de Reinach in die Stadt ließ das Parlament alle versammelten Einwohner einen Treueeid auf den König von Spanien als ihren rechtmäßigen Souverän leisten.
Der Herzog von Parma, General der Niederlande und der
Grafschaft Burgund, hatte den Herrn von Saint-Barlemont beauftragt, diese
Aufgabe durchzuführen.
Nach dem Abzug der Lothringer erschienen Laurent de Willermin und Hauptmann Saige mit 500 Musketieren und Arkebusieren vor der Stadt und nahmen sie im Namen Friedrichs wieder in Besitz.
Am 23. Januar schrieb
Saige an den Vogt von Mömpelgard und forderte Pulver, Blei und Wein an. Er
berichtete zugleich, dass ein Teil der Einwohner offenbar weiterhin
Sympathien für die spanische Herrschaft hegte und Beziehungen zum Gouverneur
der Freigrafschaft Burgund unterhielt.
Die Rückkehr unter württembergische Herrschaft bedeutete für die Einwohner keineswegs das Ende der Krise. Im Gegenteil: Friedrich betrachtete die Übergabe offenbar als einen Akt der Untreue.
Die überlieferten Maßnahmen waren einschneidend:
Die städtischen Befestigungen und Tore wurden
eingerissen. Die Einwohner mussten selbst an der Zerstörung ihrer
Befestigungsanlagen mitwirken. Die bisherigen städtischen Freiheiten
(Franchises) wurden aufgehoben. Auch die kommunalen Einkünfte wurden ihnen
entzogen. Sieben Einwohner wurden nach einem Gerichtsverfahren hingerichtet.
Weitere Einwohner kamen in Haft auf dem Schloss Mömpelgard. Besonders
bemerkenswert ist die überlieferte öffentliche Erklärung Friedrichs. Er soll
den Einwohnern entgegengehalten haben:
„Ce n'est à vous autres rebelles d'avoir des privilèges, ains à mes
bourgeois de Montbéliard qui les ont mieux mérités que vous.“
Sinngemäß: Nicht euch Rebellen stehen Privilegien zu, sondern meinen Bürgern von Mömpelgard, die sie sich besser verdient haben als ihr.

Mömpelgard hatte sich erfolgreich gegen die Lothringer verteidigt. Die Überlieferung berichtet außerdem, dass Friedrich die Urkunden der
städtischen Freiheiten zerriss und zu Boden warf.
Die Einwohner gaben sich mit der Bestrafung nicht zufrieden. Sie wandten
sich wiederholt mit Bittschriften an Friedrich. Die überlieferten Eingaben
stammen aus den Jahren: 1588, 1589, 1590, 1602
Sie schilderten darin die wirtschaftliche und soziale Zerstörung ihrer Stadt. Besonders eindringlich war der Hinweis, dass Héricourt auch für etwa zwanzig bis dreißig umliegende Dörfer als Zufluchtsort in Kriegszeiten gedient hatte. Die Einwohner baten um die Wiederherstellung ihrer Rechte, den Schutz ihrer Besitzungen und die Rückkehr der geflohenen Bürger.
Nach
der überlieferten Darstellung blieb Friedrich bei seiner Ablehnung. Erst
sein Sohn Johann Friedrich entsprach am 14. Februar 1609 einem
entsprechenden Gesuch.
Das Schreiben vom 13. März 1588
Es handelt sich um ein an Friedrich gerichtetes Mémoire
der Meisterbürger von Héricourt. Die Bürger schilderten
darin ihrem eigenen Landesherrn bereits wenige Wochen nach den Ereignissen,
unter welchen Umständen sie die Stadt übergeben hatten. Die Einwohner
betonten, dass sie nicht einfach aus Bequemlichkeit oder aus Sympathie für
die katholische Seite kapituliert hatten. Sie beriefen sich auf eine
konkrete Bedrohungslage und auf einen Vertrag, der ihnen Schutz und den
Fortbestand ihrer Rechte zusicherte.
An den hochberühmten Fürsten und Herrn Friedrich,
Grafen von Württemberg und Mömpelgard, souveränen Herrn von Héricourt,
Châtelot, Blamont und Clémont.
Hochberühmter Fürst,

Wir, die sehr demütigen Untertanen Eurer Hoheit,
haben gestern durch ein Schreiben Eures Schatzmeisters Eure Anordnung
erhalten. Darin wird uns mitgeteilt, dass wir unverzüglich schriftlich zu
sämtlichen Inhalten der Briefe Stellung nehmen sollen, die Pierre Besançon
von Belfort an den Herrn von Beaujeu geschickt hat, damit Eure Hoheit
darüber unterrichtet werde. Wir versichern bei unserem Eid gegenüber Gott
und Eurer Hoheit – wobei wir die gebührende Ehrerbietung und Achtung
keineswegs verletzen wollen –, dass diese Briefe voller verleumderischer und
unwahrer Behauptungen sind. Eure fürstliche Klugheit kann dies selbst klar
erkennen.
Besançon widerspricht sich nämlich selbst, wenn er
sagt, er habe die Absichten Eurer Hoheit, des Markgrafen, genau gekannt.
Diese hätten darin bestanden, den Gebieten Eurer Hoheit keinerlei Unordnung
zuzufügen und sie möglichst wenig zu überschreiten. Andererseits berichtet
er vom Einzug des Herrn von Saint Bellemont in diesen Ort und von den dort
entstandenen Unruhen. Wenn er geglaubt hätte, dass dieser Einzug nicht im
Sinne des Markgrafen gewesen sei, hätte er sich nicht so verhalten dürfen
wie es geschehen ist. Besançon hat sich vielmehr noch stärker als andere
bemüht, diesen Einzug herbeizuführen. Vor dem Tor des Vorwerks von
Brevilliers begleitete er den Herrn von Saint Bellemont und gebrauchte dabei
folgende und ähnliche Drohungen:
Man werde die Stadt vollständig verbrennen, und zwar
mit Feuer und Blut; man werde alles in Brand setzen. Man verfüge über
Artillerie, nämlich fünf Geschütze aus Besançon, und könne bei Bedarf
weitere aus Belfort herbeischaffen. Er drohte, Frauen und Mädchen vor ihren
eigenen Ehemännern und Vätern zu vergewaltigen, und gebrauchte noch andere
abscheuliche und verwerfliche Worte, die wir weder aussprechen noch
niederschreiben möchten. Er behauptete ferner, dass man sogleich Feuer und
Flammen in allen Dörfern dieser Herrschaft sehen werde. Das versetzte die
hier stationierten Untertanen und die Besatzung in große Angst. Hauptmann
Sage kann dies bezeugen, wenn er will. Besançon hatte angekündigt, den Herrn
von Saint Bellemont in die Stadt zu führen. Dieser wollte plötzlich
eindringen und drohte, noch am selben oder am folgenden Morgen früh mit dem
armen Volk dieses Ortes ein Ende zu machen – so wurde es jedenfalls
angekündigt.
Auf Befehl und ausdrückliche Anordnung, aus eigenem Willen und in voller Übereinstimmung, schickten wir, nachdem wir mit den Einwohnern gesprochen hatten, vier Männer nach Argiesans. Dieser Ort wurde eigens ausgewählt, um das Vorhaben und die Absicht des Herrn von Saint Bellemont zu vereiteln und ihn daran zu hindern, in unsere Stadt einzudringen. Wir sprachen weder mit dem Herrn von Saint Bellemont noch mit Besançon, geschweige denn mit anderen Personen, die solche Absichten hatten.
In Argiesans wurden unsere vier
Männer sehr freundlich und zuvorkommend empfangen, ebenso Hauptmann Sage,
als er davon erfuhr und zurückkehrte.
Er kann bezeugen, dass wir hofften, sie würden uns
nicht weiter bedrängen. Die vier Männer werden Besançon vor Gericht und
außerhalb des Gerichts, vor aller Welt, bis zum letzten Tropfen ihres Blutes
widersprechen. Besançon hat sich keineswegs so maßvoll verhalten, wie er
behauptet. Eure Hoheit wird vielmehr durch die Einwohner von Brevilliers,
Bian und Chenehie erfahren können, welche Plünderungen und Diebstähle er
und die Söhne Jean Cuenins an diesen und anderen Orten begangen haben. Sie
führten auf Wagen fort, was ihnen gehörte und was anderen gehörte: Getreide,
Heu, Möbel, Hausrat, Vieh und alles, was sich in den Häusern befand. Die
Nachbarn, die die Plünderungen in ihren Häusern gesehen haben, können dies
bezeugen. Außerdem hatte Besançon erklärt, er habe noch zwanzig milchgebende
Kühe in seinem Haus sowie siebzig Stück Speck. Dabei verschwieg er das Vieh,
das er nach Serey zum Verkauf hatte bringen lassen.
Er wollte niemals zulassen, dass Eure armen
Untertanen sein Haus betreten, um ihr Vieh wiederzuerkennen. Er schwor und
lästerte Gott, dass er diejenigen töten werde, die sich seinem Haus
näherten. Dabei gab es Personen, die ihr Vieh wiedererkannten und denen es
nicht zurückgegeben wurde.
Was seine Behauptung betrifft, er habe an diesem Ort
nur eine einzige Nacht verbracht, so widerspricht er sich selbst, denn er
ist bis zum letzten Tag geblieben wie Eure Hoheit selbst aus den Briefen
erkennen kann. Er behauptet, wegen der Unruhen, die durch die Verbrennung
der Bücher entstanden seien, habe er den Ort verlassen. Diese Bücher seien
am Vorabend seiner Abreise, einem Freitag, verbrannt worden. Tatsächlich
aber wurden die Bücher am Donnerstagmorgen verbrannt, nachdem die Besatzung
neun Tage an diesem Ort geblieben war und sich dort ungebührlich und
überheblich verhalten hatte. Und was wir sagen, hochberühmter Fürst, ist die
reine Wahrheit. Ebenso wahr ist das, was wir bereits schriftlich beantwortet
und vor Eurem Schatzmeister unterzeichnet haben. Dabei bleiben wir und
wollen daran bis zum Ende festhalten.
Wir bitten Eure Gnade, uns mit Wohlwollen anzuhören
und uns gnädig aufzunehmen. Wir bitten Gott, den souveränen Schöpfer, Eurer
Hoheit glückliche Wohlfahrt, gute Gesundheit und ein langes Leben zu
gewähren.
Aus Héricourt, am 3. März 1588.
Die sehr demütigen Untertanen Eurer Hoheit: J.
d'Argent, Aini Oudot, P. Brihenrdo(t), J. Mourel.
So unterschrieben auf Bitte von Nicolas Barbaud und
Anthoine Gremillot, die nicht schreiben konnten.
Original auf Papier. Archives Nationales, fonds
Montbéliard, K 1966.
Die Bittschriften der Einwohner – 1588 bis 1602
1. Erste Bittschrift – 28. Mai 1588
Die Bürger baten Friedrich, ihnen ihre Fehler zu verzeihen und ihre
früheren Privilegien sowie die Verwaltung ihrer Gemeindegüter zurückzugeben.
Ihre Begründung ist bemerkenswert: Sie hätten in einer Zeit äußerster
Grausamkeit und Gefahr gelebt. Als einfache und arme Menschen, die nichts
vom Krieg verstünden, hätten sie den Drohungen, Bränden und unmenschlichen
Gewalttaten der Soldaten nichts entgegensetzen können. Es handelt sich also
nicht nur um eine spätere Rechtfertigung, sondern um eine bereits wenige
Monate nach den Ereignissen formulierte Stellungnahme der Betroffenen.
Friedrich ließ diese Bitte zunächst unbeantwortet.
2. Weitere Bemühungen
Anlässlich der Taufe seines Sohnes Julius-Friedrich
(Juni 1588) erneuerten die Bürger ihre Bitten. Sie hofften, dass
der festliche Anlass Friedrich zu einer versöhnlicheren Haltung bewegen
könnte. Sie verwiesen insbesondere auf ihre geringen Gemeindeeinnahmen. Ohne
diese konnten sie weder Brücken noch Gemeindeeinrichtungen und die gewöhnlichen Wachdienste
unterhalten. Friedrich verschob die Entscheidung zunächst um zwei Monate. Im
August 1588 wurde sie erneut vertagt, diesmal bis zur Klärung des Konflikts
mit dem Herzog von Lothringen.
3. Die Eingabe vom 10. Januar 1590
Die Bürger ließen nicht locker. Friedrich leitete ihre neue Eingabe an den Regentschaftsrat weiter.
Am 26. Januar 1590 beschäftigte sich dieser mit
der Angelegenheit. Der Regentschaftsrat räumte zunächst ein, dass die Bürger einen schweren
Fehler begangen hätten:
Sie hätten eine gut befestigte Stadt zu leichtfertig übergeben. Sie hätten zwar keine Artillerie besessen, aber genügend Einwohner für Wach- und Verteidigungsdienste gehabt. Doch anschließend führte der Rat mehrere mildernde Umstände an: Die Bevölkerung bestand überwiegend aus Handwerkern und Bauern. Sie verstand wenig vom Krieg. Sie war in der reformierten Religion nur unzureichend unterrichtet. Bei manchen Einwohnern war der Wunsch nach Rückkehr zur alten katholischen Religion noch vorhanden. Die Lothringer hatten ständig mit der Zerstörung der Stadt und der gesamten Herrschaft Héricourt gedroht. Die Bürger hatten die Brände in den umliegenden Dörfern selbst miterlebt.
Der Regentschaftsrat kam deshalb zu einer bemerkenswerten Empfehlung: Friedrich könne ohne Schaden für seine Herrschaft die alten städtischen Privilegien wiederherstellen, die Gemeindeeinnahmen aus bestimmten Salz- und Weinabgaben zurückgeben, den Wiederaufbau der Befestigungen gestatten.
Als Gegenleistung sollte die Stadt
lediglich eine geringe Geldsumme oder eine bescheidene jährliche Abgabe
entrichten.
4. Friedrichs Antwort
Tuetey schreibt „Nichts konnte den Groll des Grafen Friedrich
besänftigen.“ Dann folgt ein bemerkenswerter Satz: Nach Charles Duvernoy
soll Friedrich geantwortet haben:
« Ce que nous avons acquis par droit de conquête, nous ne le
restituerons jamais. » - „Was wir durch das Recht der Eroberung erworben haben, werden wir
niemals zurückgeben.“
5. Die letzte Eingabe – September 1602
Die Einwohner wandten sich erneut an Friedrich. Diesmal ging es um konkrete Schäden durch ein Hochwasser. Starke Regenfälle hatten den Fluss anschwellen lassen. Das Gemeindeland nahe der Mühle war verwüstet, sämtliche Brücken waren fortgerissen worden.
Die Bürger erklärten, dass sie ohne die entzogenen Gemeindeeinnahmen nicht in der Lage seien, die Schäden zu beheben. Auch der Vogt, die Beamten der Herrschaft und der Regentschaftsrat unterstützten ihre Bitte.
Ein Argument des Rates verdient besondere Aufmerksamkeit: Viele der Bürger, die während des Einfalls der Guisen gelebt hatten, seien inzwischen gestorben. Ihre Nachfolger dürften nicht für die Fehler ihrer Väter verantwortlich gemacht werden.
Doch auch diese
Intervention blieb erfolglos. Friedrich blieb bis zu seinem Tod
unerbittlich.
6. Die Wiederherstellung der Rechte erfolgte erst 1609
Sein Sohn und Nachfolger Johann Friedrich zeigte sich versöhnlicher.
Durch eine Urkunde vom 24. Februar 1609 erhielten die Bürger
ihre bisherigen Privilegien und die uneingeschränkte Verfügung über ihre
Gemeindeeinnahmen zurück. Damit endete eine Auseinandersetzung, die mehr als
zwanzig Jahre gedauert hatte
Zur Bewertung der
Vorgänge:
Die Kapitulation:
Wenn die Einwohner ihre Stadt unter massivem
militärischem Druck übergaben und ihnen die bisherigen Rechte ausdrücklich
zugesichert wurden – war Friedrich überhaupt berechtigt, diese Rechte
kollektiv aufzuheben?
War die Bestrafung tatsächlich in erster Linie eine
Reaktion auf den katholischen Gottesdienst und die Verbrennung der
reformierten Bücher? Oder waren politische Loyalität und militärische
Sicherheit Friedrich mindestens ebenso wichtig, wenn nicht gar wichtiger?
Selbst wenn Friedrich die Kapitulation als schweren
Treuebruch betrachtete – warum hielt er an der Entrechtung fest, obwohl sein
eigener Regentschaftsrat 1590 eine Wiederherstellung der Rechte empfahl und
1602 sogar die jüngere Generation ausdrücklich von der Schuld ihrer Väter
freisprach?
Die widersprüchliche Darstellung
Friedrichs Sicht, wie Tuetey sie wiedergibt:
Die Einwohner hätten eine gut befestigte Stadt ohne ernsthaften Widerstand übergeben und damit ihre Treuepflicht verletzt. Der Regentschaftsrates sieht in seiner Beurteilung vom 26. Januar 1590 dies etwas anders: Der Rat bestätigte zwar das Fehlverhalten, berücksichtigte aber ausdrücklich die militärische Unerfahrenheit der Bevölkerung, die Drohungen und die tatsächlichen Kriegsverhältnisse. Friedrichs Erwartung auf Widerstand hätte mit großer Sicherheit zu einem "Massaker" geführt. - Der Rat empfahl deshalb sogar die Wiederherstellung der alten Rechte.
Die Bürger verteidigen nicht einfach ihre Kapitulation, sie bestreiten vor allem die Darstellung Besançons de Belfort.
Sie wollen Friedrich offenbar zeigen, dass dieser Mann die Vorgänge falsch dargestellt und selbst eine entscheidende Rolle bei den Drohungen und dem Einzug der gegnerischen Truppen gespielt habe.
Sie verweisen mehrfach auf Hauptmann Saige, der ihre Darstellung bezeugen könne (…wenn er wolle!)
Die Bürger
berichten von der Drohung, Héricourt niederzubrennen, von angeblich
verfügbaren Geschützen aus Besançon und Belfort und von der angekündigten Gewalt
gegen Frauen und Mädchen
Tuetey schildert die Verhandlungen in Argiesans und die Kapitulation vom 14. Januar 1588. Er nennt Gérard de Reinach, Jean de Cobreville und die Meisterbürger als Vertragspartner und führt die Bedingungen auf: Freier Abzug der Garnison, begrenzte Besatzung, Bewahrung der bisherigen Freiheiten, Schutz der Einwohner und keine Kriegskontributionen und bestätigt damit die Darstellung der Bürger.
Die Bürger wenden sich gegen Besançons Darstellung und werfen ihm sowie den Söhnen Jean Cuenins vor, in Brevilliers, Bian und Chenehie Getreide, Heu, Möbel, Hausrat und Vieh fortgeschafft zu haben. Sie nennen Nachbarn als Zeugen. Besançon habe sogar gedroht, diejenigen zu töten, die ihr Vieh zurückverlangen wollten.
Die Bürger führen diese Drohungen als wesentlichen Grund für die Angst der Einwohner und der Besatzung an.
Die
Bürger bestätigen in ihrer Denkschrift, dass religiöse Bücher verbrannt
wurden. Sie widersprechen aber Besançons zeitlicher Darstellung: Die Bücher
seien nicht am Vorabend seiner Abreise, einem Freitag, sondern bereits am
Donnerstagmorgen verbrannt worden. Die Besatzung habe zu diesem Zeitpunkt
neun Tage in der Stadt gelegen und sich ungebührlich verhalten.
Tuetey bestätigt die öffentlichen
Verbrennung einer Bibel in der Volkssprache und weiterer religiöser Bücher.
Er verbindet das Geschehen mit der Wiedereinführung des katholischen Kultus
während der neuntägigen Besetzung.
Die Bürger zeigen ein starkes Interesse sich vor Friedrich zu rechtfertigen und machen Besançon persönlich für die Eskalation verantwortlich. Sie rechtfertigen nicht nur ihre eigene Entscheidung, sondern versuchen zugleich, einen ihrer Ankläger als unglaubwürdig und selbst belastet darzustellen.
Die Bürger erklären, sie hätten vier Männer nach Argiesans geschickt, um den Einzug der Truppen in die Stadt zu verhindern. Sie betonen, dass sie weder mit Saint-Bellemont noch mit Besançon verhandelt hätten. Hauptmann Sage könne bezeugen, dass die Männer freundlich empfangen worden seien und man gehofft habe, die Bedrohung werde damit abgewendet.
Tuetey berichtet von den Folgen der Besetzung und von den Schutzbriefen, die Reinach für Einwohner umliegender Orte ausgestellt hatte.
Diese bezeichnet er allerdings als völlig wirkungslos, da Plünderungen dadurch nicht verhindert worden seien. - Ein exemplarisches Beispiel dafür, was "Verträge" mit einem überlegenen Feind tatsächlich wert sind. -
Auf S. 147 erklären die Bürger, die Besatzung sei neun Tage in Héricourt geblieben. Besançon habe behauptet, er sei wegen der Bücherverbrennung abgereist. Die Bürger widersprechen: Die Bücher seien am Donnerstagmorgen verbrannt worden, während Besançon erst am Freitag abgereist sei.
Friedrichs Reaktion:
Er hatte nun eine ausführliche Gegendarstellung der
Bürger vorliegen – mit Namen, Zeugen und konkreten Vorwürfen. Trotzdem blieb
er bei seiner harten Bestrafung.
Die Bürger wenden sich nicht gegen Friedrichs
Herrschaft als solche. Sie appellieren an seine Gnade, seine Gerechtigkeit
und seine Kenntnis der Wahrheit. Sie stellen die eigene Entscheidung als
durch die Umstände erzwungen dar und benennen Hauptmann Saige als
Zeugen.
Die Korrespondenz zwischen dem lothringischen Hauptmann Pierre Besançon und dem württembergischen Kommandanten Paul von Beaujeu (A5) wirft Fragen nach den politischen und persönlichen Informationsverbindungen während der militärischen Auseinandersetzung um Héricourt auf. Dieser Briefwechsel aber bildet die Grundlage für Friedrichs Bewertung des Verhaltens der Bürger von Héricourt.
Dass Friedrich über seinen Schatzmeister von den
Anschuldigungen Besançons (dem Feind) Kenntnis erhielt und daraufhin eine Stellungnahme
der Meisterbürger verlangte, ist durch die Denkschrift vom 13. März 1588
belegt.
Die Bestrafung Héricourts
Als Friedrich Héricourt im Januar 1588 zurückgewann, bestrafte er die Stadt mit äußerster Härte.
Sieben Bürger wurden nach einem summarischen Urteil gehängt, andere inhaftiert. Die städtischen Freiheiten wurden aufgehoben, die Einkünfte entzogen und die Befestigungen niedergerissen.
Friedrich betrachtete die Übergabe als Verrat an seiner Herrschaft!
Warum schenkte Friedrich seinen eigenen Untertanen keinen Glauben? Und selbst wenn er ihre Entscheidung als Treuebruch
wertete: War die Hinrichtung von sieben Bürgern eine angemessene Antwort?
Friedrichs Bestrafung Héricourts ging zudem weit über die Hinrichtung von sieben Bürgern und den Entzug städtischer Rechte hinaus. Indem er die Mauern und Tore niederreißen ließ, nahm er der Stadt zugleich ihren Schutz.
Die Einwohner wurden damit nicht nur für die vermeintliche Untreue bestraft, sondern auch künftig schutzloser gegenüber marodierenden Banden und militärischen Übergriffen gemacht.
War das noch eine angemessene Ahndung eines vermeintlichen Treuebruchs?
Friedrichs Strafmaßnahmen trafen nicht nur die politische Selbstständigkeit der Stadt. Mit dem Entzug der kommunalen Freiheiten verlor Héricourt zugleich seine bisherigen Einnahmen aus Abgaben auf Salz und Wein. Diese Mittel waren für den Unterhalt der Brücken, der Gemeindegüter und der regelmäßigen Wachdienste bestimmt.
Die Folgen waren noch 1602 spürbarer: Als Hochwasser die Brücken zerstörte und das Gemeindeland beschädigte, erklärten die Bürger, dass sie mangels eigener Einnahmen nicht einmal mehr die notwendigen Reparaturen finanzieren könnten. Bemerkenswert ist, dass der Regentschaftsrat bereits 1590 die Rückgabe der Einnahmen und die Wiederherstellung der Befestigungen empfohlen hatte.
Friedrich setzte
sich über diese Empfehlung hinweg. Die Bestrafung Héricourts war damit nicht
nur eine einmalige Strafaktion. Sie entzog der Stadt über Jahre die
finanziellen Mittel, die sie für ihre eigene Infrastruktur und Sicherheit
benötigte.Friedrich entzog Héricourt seine kommunalen Einnahmen, ohne dass
damit eine Befreiung von den herrschaftlichen Abgaben verbunden gewesen
wäre. Die Stadt verlor also ihre finanziellen Mittel, während ihre
Verpflichtungen gegenüber dem Landesherrn offenbar bestehen blieben. Sie
sollte weiter leisten, hatte aber kaum noch die Mittel, ihre eigenen
Aufgaben zu erfüllen.
Friedrich reagierte in Héricourt nicht allein als Landesherr, der ein militärisches Versagen ahnden wollte.
Er reagierte als ein Fürst, der die Unterwerfung unter
seine Autorität zur Voraussetzung für die Gewährung städtischer Rechte
machte. Die öffentliche Vernichtung der Privilegien war dabei ein bewusstes
Zeichen seiner Macht.
Damit wird eine grundsätzliche Haltung sichtbar: Die
Privilegien werden nicht als gewachsene Rechte der Stadt anerkannt, sondern
als etwas behandelt, worüber der Fürst nach eigenem Ermessen
verfügen könne.
Mein persönlicher Eindruck ist:
Bereits hier, in den ersten Jahren seiner Herrschaft, demonstriert Friedrich seine Macht auf Kosten der eigenen Untertanen! Er ist bereit "über Leichen zu gehen" und lässt keine Zweifel an seiner Sicht der Dinge zu.
Tueteys Werk erschien 1883 in zwei Bänden. Der zweite Band enthält 401 Seiten und einen umfangreichen Dokumentenanhang. Der Historiker Siméon Luce hob gerade die 204 abgedruckten, überwiegend unveröffentlichten Dokumente hervor.
(Dokument Nr. XLVIII.)
Les Allemands en France et l'invasion du comté de
Montbéliard par les Lorrains (1587-1588)..., par Alexandre Tuetey.
https://www.persee.fr/doc/bec_0373-6237_1884_num_45_1_447310 = Rezension von Siméon Luce aus dem Jahr 1884.
Die Rezension bestätigt ausdrücklich, dass der zweite Band 204 überwiegend bislang unveröffentlichte Dokumente enthält. Tuetey verbindet die Bestrafung ausdrücklich mit Friedrichs religiöser Haltung. Er bezeichnet ihn als einen strengen und fanatischen Protestanten. Friedrich habe vor allem den Abfall der Einwohner vom reformierten Gottesdienst und ihre Vorliebe für den katholischen Glauben bestrafen wollen. Auch die Verbrennung der reformierten Bücher habe er als unverzeihliche Entweihung empfunden. Sein Kanzler Antoine Carray habe dies in einer Ansprache an die versammelte Bevölkerung deutlich gemacht.
Dokument LXVIII – Übersetzung der Seiten 144–147
Denkschrift der Meisterbürger von Héricourt an Graf
Friedrich von Württemberg, als Antwort auf die Anschuldigungen des Herrn
Besançon de Belfort und zur Rechtfertigung ihres Verhaltens bei der
Kapitulation dieser Stadt.
(Tuetey kennzeichnet sie ausdrücklich mit dem Vorbehalt „wenn man Herrn
Charles Duvernoy Glauben schenken darf“).
Eine besonders wichtige Datumsfrage
Oben steht 13. März 1588 (N.S.T.), am Ende des
Schreibens dagegen 3. März 1588. Das ist kein notwendiger
Widerspruch: Die zehn Tage Differenz erklären sich durch die
unterschiedliche Datumsrechnung nach altem und neuem Stil.
Paul von Beaujeu
Paul von Beaujeu war offenbar ursprünglich ein lothringischer beziehungsweise burgundischer Adeliger und Protestant. Bereits 1575 führte er protestantische Truppen, darunter Verbannte aus Besançon, bei einem gescheiterten Handstreich auf die Reichsstadt Besançon an. Er war also kein gewöhnlicher württembergischer Offizier, sondern ein französisch-burgundischer Kriegsmann mit einer eigenen militärischen Vergangenheit. 1587/88 verteidigte er als Kommandant Mömpelgard gegen die lothringischen Truppen. - Wikimedia Commons
Hericourt: historischen Hinweis
12 janvier 1588 : Le Comte Frédéric, reprenant la ville
après le départ des Guises, la punit lourdement de s'être convertie si
rapidement au catholicisme. Les franchises sont supprimées. La ville est
démantelée
(Übersetzt: 12. Januar 1588: Graf Friedrich, der die
Stadt nach dem Abzug der Guises zurückeroberte, bestrafte sie schwer für
ihre rasche Übertritt zum Katholizismus. Die Privilegien wurden abgeschafft.
Die Stadt wurde abgebaut)
Ohne die hilfreiche Unterstützung durch die Archivarin Eloïse ADAM vom Service Archives Municipales der Stadt Montbéliard wäre dieser Beitrag so nicht entstanden. Madame Adam hat nicht nur
auf Duvernoys Ephemeriden bei Google Books aufmerksam
(4) gemacht, sondern auch Auszüge von Hennuis handschriftlicher
illustrierter Chronik zur Verfügung gestellt. Diese wurde unter Berufung auf
Duvernoy verfasst.
Siehe die obigen Seiten der Handschrift mit Bildern.
- Die daraus extrahierten Bilder B_1
und B_2 hat K I zum besseren
Erkennen der Details "geschärft"!
Ich bin Madame E. Adam für ihre Hilfen
zu großem Dank verpflichtet!
Stadtarchiv von Montbéliard - Ville de Montbéliard - La
chronique de Hennuy par Mathieu Pierre Etienne HENNUY, 1846. – Seite 69 /
Seite 71
En collaboration avec les Archives Municipales
Stadtarchiv von Montbéliard - Ville de Montbéliard - La
chronique de Hennuy par Mathieu Pierre Etienne HENNUY, 1846. – Seite 69 /
Seite 71
En collaboration avec les Archives Municipales
Allgemeines:
Beide Adressen sind zur Orientierung
https://fr.wikipedia.org/wiki/H%C3%A9ricourt_%28Haute-Sa%C3%B4ne%29
https://museeprotestant.org/notice/le-pays-de-montbeliard-au-xviie-siecle/
Alexandre Tuetey:
Les Allemands en France et l'invasion du Comté de
Montbéliard par les Lorrains, 1587-1588, d'après des documents inédits:
Volume 2
https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k6457976z und hier:
Nationalarchiv Frankreich:
ARCHIVES NATIONALES - Archives de la principauté de
Montbéliard, K 1724 - K 2365
https://portail-archives.doubs.fr/media/be0234fe-785d-4c3e-94e4-df5166e021ff.pdf
https://www.archives-nationales.culture.gouv.fr/aide-la-recherche
Principauté de Montbéliard : dossiers relatifs aux
localités (Fürstentum Montbéliard: Akten zu Ortschaften (880 1795
https://portail-archives.doubs.fr/media/de605ba2-833f-49e4-b136-78bee62d35a3.pdf
Recherches historiques sur l’ancienne seigneurie
d’HÉRICOURT Par Pierre-Frédéric BEURLIN, de Montbéliard, pasteur de la
paroisse d’Etobon. (Manuscrit 215 – Bibliothèque de Montbéliard)
https://www.shaarl.com/wp-content/uploads/2017/03/Beurlin_Seigneurie_d_Hericourt.pdf
Geschichte der Stadt Héricourt:
https://www.hericourt.com/rubrique.php?id=23