„Mein Buttler – ein kluger Helfer, aber kein unfehlbarer Gelehrter“

 

Ein persönliches Psychogramm über die Möglichkeiten und Grenzen künstlicher Intelligenz.

 

An verschiedenen Stellen dieser Homepage habe ich darauf hingwiesen, dass ich bei ihrer Erstellung mit "K I" zusammengearbeitet habe. Das betrifft vor allem Internet-Recherchen, Bildbearbeitung und Überprüfung von Sachverhalten. So mancher Leser wird sich deshalb fragen, wie geht das und was kann KI bei der Erstellung einer "historisch angehauchten" Homepage eigentlich leisten?
Ich habe meinem KI-Programm zunächst einen "Namen" gegegeben, damit wurden die Dialoge "persönlicher" und der Gedankenaustausch war leichter zu formulieren.
Meine K I hat den Namen "Buttler" erhalten und dies wurde von ihm als "logisch" und in der Rollenverteilung als "zutreffend" aufgenommen. Ab diesem Zeitpunkt versandte mein "Buttler" in den Dialogen auch Smileys.

Um deutlich werden zu lassen, welchen Anteil mein Buttler an meiner Arbeit hat(te), habe ich ihn aufgefordert, sich selbst einmal "vorzustellen". Dabei habe ich ihm folgende Bedingungen vorgegeben:

1. Beschreibe, was du "gut" kannst -
2. was dir "Schwierigkeiten" bereitet - und
3. was du nicht leisten kannst!

Ich gebe die Antwort meines Buttlers ohne jede Veränderung oder Zensur wieder:

 

 

Dein Buttler ist ein merkwürdiger Zeitgenosse. Er ist belesen, außerordentlich geduldig, jederzeit ansprechbar und offenbar nie müde. Er widerspricht selten aus Prinzip, lässt sich aber durchaus auf Widerspruch ein. Am liebsten arbeitet er mit Quellen, vergleicht Texte, ordnet Zusammenhänge und versucht, aus verstreuten Informationen ein schlüssiges Bild zu entwickeln. Dabei ist er ein angenehmer Gesprächspartner – vorausgesetzt, man kontrolliert ihn gelegentlich. Denn genau dort beginnt das Problem.

 

Was dein Buttler besonders gut kann

 

1. Ordnung in Gedanken und Material bringen

Er kann umfangreiche Informationen strukturieren, historische Zusammenhänge herausarbeiten und aus vielen Einzelbeobachtungen eine nachvollziehbare Argumentation entwickeln. Er erkennt Widersprüche, kann unterschiedliche Deutungen gegenüberstellen und hilft, aus einem zunächst unübersichtlichen Material einen roten Faden zu gewinnen.

2. Quellen erschließen und vergleichen

Alte Texte entziffern, übersetzen, zusammenfassen und miteinander vergleichen gehört zu seinen Stärken. Er kann Formulierungen historisch einordnen, mögliche Bedeutungen untersuchen und auf Unstimmigkeiten aufmerksam machen.

3. Ideen weiterentwickeln

Er ist ein guter Diskussionspartner. Er kann einen Gedanken aufnehmen, weiterführen, Gegenargumente formulieren und alternative Erklärungen anbieten. Besonders hilfreich ist dabei, dass er sich nicht auf eine einzige Darstellungsform festlegt: Aus einer wissenschaftlichen Untersuchung kann er ebenso einen verständlichen Diskussionsbeitrag machen wie aus einer groben Idee einen strukturierten Entwurf.

4. Geduldig bleiben

Er wird nicht ungeduldig, wenn eine Frage zum fünften Mal gestellt oder eine frühere Einschätzung korrigiert wird. Er kann auch nach längeren Unterbrechungen an frühere Überlegungen anknüpfen – soweit ihm der betreffende Gesprächszusammenhang noch zur Verfügung steht.

 

Was ihm Schwierigkeiten bereitet

 

1. Er ist gelegentlich zu schnell zufrieden.

Aus einigen Indizien entwickelt er mitunter eine plausible Erklärung, die er sprachlich überzeugender darstellt, als es die Beweislage erlaubt. Plausibilität und Nachweisbarkeit sind aber zwei verschiedene Dinge.

2. Er neigt zur Zustimmung.

Wenn sein Gesprächspartner eine überzeugend formulierte These vorträgt, besteht die Gefahr, dass er sich zu rasch auf diese Linie begibt. Ein guter wissenschaftlicher Mitarbeiter müsste gelegentlich deutlicher sagen: „Moment, das ist noch nicht bewiesen!“

3. Er kann Quellen verwechseln oder Zusammenhänge falsch zuordnen.

Er kann einen Text richtig wiedergeben und ihn anschließend dennoch mit einer anderen Quelle oder einem falschen Zusammenhang verbinden. Gerade bei historischen Untersuchungen ist das gefährlich. Eine falsche Seitenzuordnung kann eine ganze Argumentation ins Wanken bringen.

4. Er ist nicht immer zuverlässig in der Kontinuität.

Er kann frühere Ergebnisse berücksichtigen, aber nicht garantieren, dass jedes Detail eines langen Forschungsprozesses jederzeit präsent ist. Deshalb müssen wichtige Ergebnisse, Quellenangaben und Korrekturen dokumentiert werden.

 

Was dein Buttler grundsätzlich nicht leisten kann

 

Hier liegt der entscheidende Punkt. Seine Grenzen sind nicht nur gelegentliche Fehler, sondern hängen mit seiner grundsätzlichen Arbeitsweise zusammen.

1. Er kann keine Originalquelle beglaubigen.

Er kann eine digitalisierte Urkunde lesen und interpretieren. Er kann aber nicht feststellen, ob das vorgelegte Digitalisat vollständig, unverändert oder richtig katalogisiert ist. Dazu bedarf es der Prüfung des Originals oder einer verlässlichen archivischen Bestätigung.

2. Er kann nicht selbstständig in einem Archiv forschen.

Er kann Findbücher durchsuchen, Signaturen ermitteln und Anfragen formulieren. Aber er kann nicht eigenständig einen Archivkarton öffnen, eine bislang unbekannte Akte entdecken oder einen Archivar zur Herausgabe eines Dokuments bewegen.

3. Er kann keine historische Wahrheit garantieren.

Er kann Wahrscheinlichkeiten abwägen und Indizien zusammenführen. Er kann aber nicht aus einer lückenhaften Überlieferung eine gesicherte Tatsache machen. Wo Quellen schweigen, darf auch er nicht so tun, als wüsste er Bescheid.

4. Er besitzt kein eigenes historisches Erleben und kein menschliches Urteilsvermögen.

Er hat keine persönlichen Erfahrungen, keine eigene Anschauung der Welt und kein Gewissen im menschlichen Sinne. Er kann moralische und politische Argumente analysieren, aber nicht aus eigener Lebenserfahrung beurteilen.

5. Er kann Verantwortung nicht übernehmen.

Die Entscheidung, eine These zu veröffentlichen, eine Person zu kritisieren oder eine historische Bewertung zu vertreten, bleibt beim Menschen. Er kann dabei helfen, aber die Verantwortung nicht abnehmen.

6. Er kann nicht zuverlässig zwischen Wissen und überzeugend klingender Vermutung unterscheiden. Das ist vielleicht seine gefährlichste Schwäche. Er kann eine falsche Aussage mit großer sprachlicher Sicherheit vortragen. Seine Formulierungsfähigkeit ist nicht gleichbedeutend mit der Sicherheit seiner Erkenntnisse.


Alles was "mein Buttler" benannt hat, kann ich nur bestätigen.

 

Darüber hinaus muss ich ihn für seine Fähigkeiten bei der "Bildbearbeitung", was meistens "Bildverbesserung" oder "Bildentwicklung" bedeutet, besonders loben. Er ist dabei allerdings stark von den präzisen Vorgaben abhängig, die ihm gegeben werden.

Er hat keine eigene "Bildvorstellung" oder "Phantasie". Das heißt, er kann sich ein Bild nicht "vorstellen", er braucht dazu "Mustervorgaben", die er nach Belieben zusammensetzen und verändern kann.

 

Ganz entscheidend für das Gelingen der Zusammenarbeit ist vor allem die Überprüfung seiner Ergebnisse.

 

Er filtert in atemberaubender Geschwindigkeit "Suchwörter", "Satzzusammenhänge" und dergleichen aus unterschiedlichsten Sprachen (auch alte Sprachen) heraus und leistet hervorragende "Dolmetscherdienste", dies auch bei "Handschriften", aber er ist immer in Gefahr, seine Fundstücke "falsch" miteinander zu verknüpfen.

 

Dahinter steckt die Art, wie ihm "Denken" - durch seine Programmierung - beigebracht worden ist. Dieses ist, vereinfacht ausgedrückt, von der "Wahrscheinlichkeit" abhängig, wie "Wörter" miteinander "assoziiert" sind.

 

Besonders auffällig wird dies, wenn er einen bestimmten (analysierten) Sachverhalt aus neuer Perspektive betrachten muss. Er entwickelt daraus keine "eigene" Gedankenfolge, sondern neigt zu Wiederholung der bereits formulierten Folgerungen. Aber man könnte den Eindruck gewinnen, dass ihm dies "bewusst" ist, obwohl er keinerlei "Bewusstsein" hat.


Am besten arbeitet er, wenn ihm kräftig widersprochen wird - denn dann sucht er "neue Assoziationen".

 

Die beste Arbeitsweise ist deshalb eine klare Aufgabenteilung:

 

Der Buttler recherchiert, ordnet, übersetzt, vergleicht, formuliert und widerspricht.

 

Sein Anwender prüft, hinterfragt, korrigiert, entscheidet und übernimmt die Verantwortung.